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		<title>Abschleppen trotz kurzer Parkdauer: VG Düsseldorf zu Carsharing-Parkplätzen</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Sebastian Schröder]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 20 Aug 2026 06:30:18 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Verkehrsrecht]]></category>
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<p class="p1">Das Verwaltungsgericht Düsseldorf stellte fest: Selbst ein kurzfristiges Parken auf einem Carsharing-Stellplatz kann erhebliche Kosten verursachen. Wer dort ohne Berechtigung parkt, muss mit Abschleppgebühren rechnen, auch wenn das Auto bereits wieder entfernt wurde.</p>
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			<p class="PDq2pG_selectionAnchorContainer" data-start="344" data-end="491">Das VG Düsseldorf hat entschieden, dass ein unberechtigt abgestelltes Fahrzeug auf einem Carsharing-Stellplatz auch bei kurzer Parkdauer abgeschleppt werden darf. Selbst wenn das Auto vor Eintreffen des Abschleppdienstes entfernt wird, können Kosten für die Leerfahrt anfallen. Der Beitrag erklärt die Entscheidung und ihre Folgen für Autofahrer.</p>
<article class="text-token-text-primary w-full focus:outline-none &#091;--shadow-height:45px&#093; has-data-writing-block:pointer-events-none has-data-writing-block:-mt-(--shadow-height) has-data-writing-block:pt-(--shadow-height) &#091;&amp;:has(&#091;data-writing-block&#093;)&gt;*&#093;:pointer-events-auto scroll-mt-&#091;calc(var(--header-height)+min(200px,max(70px,20svh)))&#093;" dir="auto" tabindex="-1" data-turn-id="request-WEB:d53aa0ba-5d39-4d45-88dd-295508c1326a-7" data-testid="conversation-turn-4" data-scroll-anchor="true" data-turn="assistant">
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			<h2 class="p1">Abschleppen auch bei kurzem Parken: VG Düsseldorf entscheidet zu Carsharing-Stellplätzen</h2>
<p class="p2">Schon ein kurzzeitiger Halt auf einem Carsharing-Parkplatz kann kostspielig sein. Das Verwaltungsgericht Düsseldorf urteilte, dass selbst eine kurze Blockierung dieser Stellplätze das Abschleppen begründet, auch wenn der Fahrzeugführer bereits weitergezogen ist.</p>
<h2 class="p1">Der Sachverhalt: Elf Minuten unrechtmäßig geparkt</h2>
<p class="p3">Eine Fahrzeugführerin parkte ihren Wagen etwa elf Minuten lang auf einer Stellfläche, die durch Verkehrszeichen ausdrücklich nur für Carsharing-Fahrzeuge vorgesehen war. Ein Mitarbeiter der Ordnungsbehörde stellte den Verstoß fest und veranlasste den Einsatz eines Abschleppunternehmens. Noch bevor der Abschleppdienst erschien, hatte die Fahrzeugführerin ihr Auto selbst entfernt.</p>
<p class="p2">Dennoch bekam sie wenig später einen Kostenbescheid über die Leerfahrt des Abschleppdienstes zugestellt und erhob Klage. Ihre Argumentation: Die Maßnahme sei nicht verhältnismäßig gewesen, da sie die Stellfläche lediglich kurzzeitig belegt und außerdem weitere Parkplätze zur Verfügung gestanden hätten.</p>
<h2 class="p1">Das Urteil des Verwaltungsgerichts Düsseldorf</h2>
<p class="p3">Das VG Düsseldorf (Az.: 14 K 491/23, Urteil vom 20.02.2024) bewertete den Sachverhalt abweichend und wies die Klage zurück. Die Richter betonten: Wer einen Carsharing-Stellplatz nutzt, ohne zum Kreis der Carsharing-Berechtigten zu gehören, wird behandelt, als befände sich das Fahrzeug in einer Zone mit absolutem Halteverbot.</p>
<p class="p2">Folglich ist die zuständige Behörde grundsätzlich befugt, das Abschleppen anzuordnen, und zwar ungeachtet dessen, ob währenddessen tatsächlich ein Carsharing-Fahrzeug den Stellplatz benötigte.</p>
<h2 class="p1">Öffentliche Ordnung genießt Priorität</h2>
<p class="p3">Das Gericht sah in der Regelung ein öffentliches Interesse am funktionierenden Carsharing-System. Die speziell ausgewiesenen Stellplätze unterstützen nachhaltige Mobilität und müssen daher dauerhaft zugänglich bleiben.</p>
<p class="p2">Ein unrechtmäßig geparktes Fahrzeug beeinträchtigt diesen Zweck auch bei nur wenigen Minuten Standzeit. Das Gericht hob hervor: Ausschließlich durch stringente Ahndung lasse sich die Zuverlässigkeit öffentlicher Carsharing-Angebote sicherstellen.</p>
<h2 class="p1">Kosten für Leerfahrt des Abschleppunternehmens müssen gezahlt werden</h2>
<p class="p3">Besonders bitter für die Klägerin: Selbst nachdem sie ihr Fahrzeug bereits entfernt hatte, bevor der Abschleppdienst ankam, muss sie dennoch die Kosten tragen.</p>
<p class="p3">Die Begründung des Gerichts: Durch die Beauftragung des Abschleppunternehmens entsteht Verwaltungsaufwand und es fallen konkrete Kosten an, ungeachtet dessen, ob das Fahrzeug tatsächlich abtransportiert wurde.</p>
<p class="p2">Das Ordnungsamt habe somit rechtmäßig gehandelt, indem es der Fahrerin die Kosten für die Leerfahrt in Rechnung stellte.</p>
<h2 class="p1">Verhältnismäßigkeit der Abschleppmaßnahme bestätigt</h2>
<p class="p3">Das Gericht bewertete die Abschleppmaßnahme als verhältnismäßig. Selbst bei kurzem Parken müsse gewährleistet bleiben, dass Carsharing-Stellplätze durchgehend verfügbar sind.</p>
<p class="p3">Darüber hinaus könne geduldetes Fehlverhalten andere Verkehrsteilnehmer negativ beeinflussen. Auf diesen Aspekt legte das Gericht besonderen Wert.</p>
<p class="p2">Das Abschleppen sei somit nicht allein rechtmäßig, sondern auch erforderlich, um die Ordnung des ruhenden Verkehrs zu gewährleisten.</p>
<h2 class="p1">Unterschiede im Vergleich zu gewöhnlichen Halteverboten</h2>
<p class="p3">In seinem Urteil hob das VG Düsseldorf hervor, dass Carsharing-Stellplätze einen besonderen Schutz genießen. Im Unterschied zu gewöhnlichen Halteverboten steht hier nicht allein die Verkehrssicherheit im Vordergrund, sondern die Unterstützung umweltfreundlicher Mobilitätslösungen.</p>
<p class="p2">Wer meint, ein kurzfristiges Abstellen des Fahrzeugs sei unproblematisch, täuscht sich: Bereits ein Parkvorgang von wenigen Minuten kann rechtliche Folgen nach sich ziehen und zu Kosten führen, auch wenn niemand konkret behindert wurde.</p>
<h2 class="p1">Rechtsmittel weiterhin zulässig</h2>
<p class="p3">Die Entscheidung besitzt noch keine Rechtskraft. Der betroffenen Autofahrerin steht es offen, beim Oberverwaltungsgericht Nordrhein-Westfalen (OVG NRW) die Zulassung der Berufung zu beantragen.</p>
<p class="p3">Trotzdem kommt der Entscheidung bereits gegenwärtig eine wegweisende Bedeutung zu: Kommunen sind berechtigt, entschieden gegen unrechtmäßig abgestellte Fahrzeuge auf Carsharing-Stellplätzen einzuschreiten, um deren bestimmungsgemäße Nutzung zu gewährleisten.</p>

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<p class="PDq2pG_selectionAnchorContainer" data-start="2674" data-end="3040" data-is-last-node="" data-is-only-node="">Ein Rechtsanwalt im Verkehrsrecht überprüft die Rechtmäßigkeit des Bescheids, schätzt Ihre Erfolgsaussichten ein und vertritt Sie gegenüber Behörden sowie Gerichten.</p>
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</div></div><div  class="vc_do_toggle vc_toggle vc_toggle_classic vc_toggle_color_none  vc_toggle_size_left"><div class="vc_toggle_title"><h4>Muss tatsächlich ein Carsharing-Fahrzeug behindert werden?</h4><i class="vc_toggle_icon"></i></div><div class="vc_toggle_content"><p class="p1">Nein. Laut der Entscheidung des VG Düsseldorf spielt es keine Rolle, ob während der Parkdauer tatsächlich ein berechtigtes Carsharing-Fahrzeug konkret daran gehindert wurde zu parken. Entscheidend ist ausschließlich, dass der Stellplatz zu jeder Zeit für berechtigte Fahrzeuge verfügbar sein muss.</p>
</div></div><div  class="vc_do_toggle vc_toggle vc_toggle_classic vc_toggle_color_none  vc_toggle_size_left"><div class="vc_toggle_title"><h4>Bin ich zur Zahlung verpflichtet, wenn ich mein Fahrzeug noch vor Eintreffen des Abschleppwagens selbst entferne?</h4><i class="vc_toggle_icon"></i></div><div class="vc_toggle_content"><p class="p1">Ja. Durch die Beauftragung des Abschleppunternehmens fallen Verwaltungsaufwand und konkrete Kosten an. Diese sogenannte Leerfahrt muss auch dann bezahlt werden, wenn das Fahrzeug letztendlich nicht abgeschleppt wurde, weil der Halter rechtzeitig zurückgekehrt ist.</p>
</div></div><div  class="vc_do_toggle vc_toggle vc_toggle_classic vc_toggle_color_none  vc_toggle_size_left"><div class="vc_toggle_title"><h4>Wie lange darf ich auf einem Carsharing-Stellplatz kurz halten?</h4><i class="vc_toggle_icon"></i></div><div class="vc_toggle_content"><p class="p1">Ohne Carsharing-Berechtigung überhaupt nicht. Rechtlich gilt der Platz wie ein absolutes Halteverbot. Schon eine Blockierung von wenigen Minuten kann das Eingreifen der Behörde begründen.</p>
</div></div><div  class="vc_do_toggle vc_toggle vc_toggle_classic vc_toggle_color_none  vc_toggle_size_left"><div class="vc_toggle_title"><h4>Muss die Behörde auf meine Rückkehr warten oder nach mir suchen?</h4><i class="vc_toggle_icon"></i></div><div class="vc_toggle_content"><p class="p1">Grundsätzlich nein. Die Behörde muss vor der Beauftragung eines Abschleppunternehmens keine Nachforschungen zum Verbleib des Fahrers anstellen oder auf seine Rückkehr warten, solange er sich nicht erkennbar in unmittelbarer Seh- und Rufweite befindet.</p>
</div></div><div  class="vc_do_toggle vc_toggle vc_toggle_classic vc_toggle_color_none  vc_toggle_size_left"><div class="vc_toggle_title"><h4>Welche Kosten drohen mir?</h4><i class="vc_toggle_icon"></i></div><div class="vc_toggle_content"><p class="p1">Es können die Kosten für die Leerfahrt des Abschleppunternehmens sowie eine Verwaltungsgebühr anfallen. Zusätzlich kann ein Verwarngeld oder Bußgeld wegen des Parkverstoßes hinzukommen. Die genaue Höhe richtet sich nach dem konkreten Fall und dem beauftragten Unternehmen.</p>
</div></div><div  class="vc_do_toggle vc_toggle vc_toggle_classic vc_toggle_color_none  vc_toggle_size_left"><div class="vc_toggle_title"><h4>Gilt das Urteil auch für Parkplätze an Ladesäulen für Elektrofahrzeuge?</h4><i class="vc_toggle_icon"></i></div><div class="vc_toggle_content"><p class="p1">Die Argumentation lässt sich übertragen. Gerichte bewerten reservierte Ladeplätze für Elektrofahrzeuge in ähnlicher Weise, da auch dort die Funktionsfähigkeit der Fläche nur durch konsequentes Freihalten sichergestellt werden kann. Unbefugtes Parken kann somit gleichfalls ein Abschleppen begründen.</p>
</div></div><div  class="vc_do_toggle vc_toggle vc_toggle_classic vc_toggle_color_none  vc_toggle_size_left"><div class="vc_toggle_title"><h4>Weshalb genießen Carsharing-Stellplätze besonderen Schutz?</h4><i class="vc_toggle_icon"></i></div><div class="vc_toggle_content"><p class="p1">Das Carsharinggesetz sieht die Privilegierung von Carsharing-Fahrzeugen bewusst vor, um die Anzahl privater Pkw zu reduzieren und Umwelt- sowie Klimaschutzziele zu unterstützen. Nutzern muss garantiert werden, dass die dafür vorgesehenen Stellplätze stets zur Verfügung stehen.</p>
</div></div><div  class="vc_do_toggle vc_toggle vc_toggle_classic vc_toggle_color_none  vc_toggle_size_left"><div class="vc_toggle_title"><h4>Wann ist die Konsultation eines Rechtsanwalts im Verkehrsrecht sinnvoll?</h4><i class="vc_toggle_icon"></i></div><div class="vc_toggle_content"><p class="p1">Eine anwaltliche Prüfung empfiehlt sich, wenn Sie einen Leistungs- und Gebührenbescheid wegen einer Abschleppmaßnahme bekommen haben und an dessen Rechtmäßigkeit zweifeln, beispielsweise bezüglich der Verhältnismäßigkeit oder der Kostenhöhe. Verfügen Sie über eine Verkehrsrechtsschutzversicherung, sollten Sie zunächst den Versicherungsschutz abklären.</p>
</div></div></div></div></div></div></div></div>
</div>Der Beitrag <a href="https://guski-such.de/carsharing-parkplatz-abschleppen-kosten/">Abschleppen trotz kurzer Parkdauer: VG Düsseldorf zu Carsharing-Parkplätzen</a> erschien zuerst auf <a href="https://guski-such.de">Guski ∙ Such - Rechtsanwälte Karlsruhe</a>.]]></content:encoded>
					
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		<title>Erbengemeinschaft: Lösungen bei Blockaden und Verkaufsverweigerungen</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Nicolas Woltmann]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 06 Aug 2026 06:34:20 +0000</pubDate>
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<p class="p1">Konflikte in der Erbengemeinschaft? Wenn ein Miterbe die Auseinandersetzung behindert oder einem Verkauf nicht zustimmt, stehen Ihnen rechtliche Möglichkeiten offen. Wie Sie Hindernisse bei der Erbauseinandersetzung beseitigen können. Erbengemeinschaft mit Immobilie: Teilungsversteigerung, Verkauf des Erbteils oder Teilungsklage. Welche Option bei einer Blockierung weiterhilft, erläutern wir Ihnen hier. Jetzt informieren.</p>
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			<p class="PDq2pG_selectionAnchorContainer" data-start="344" data-end="491">Wenn ein Miterbe blockiert oder dem Verkauf einer Nachlassimmobilie nicht zustimmt, kann die Erbengemeinschaft schnell handlungsunfähig werden. Der Beitrag erklärt, welche rechtlichen Möglichkeiten bestehen – vom Verkauf des Erbteils über das Vorkaufsrecht der Miterben bis zur Teilungsversteigerung und Teilungsklage.</p>
<article class="text-token-text-primary w-full focus:outline-none &#091;--shadow-height:45px&#093; has-data-writing-block:pointer-events-none has-data-writing-block:-mt-(--shadow-height) has-data-writing-block:pt-(--shadow-height) &#091;&amp;:has(&#091;data-writing-block&#093;)&gt;*&#093;:pointer-events-auto scroll-mt-&#091;calc(var(--header-height)+min(200px,max(70px,20svh)))&#093;" dir="auto" tabindex="-1" data-turn-id="request-WEB:d53aa0ba-5d39-4d45-88dd-295508c1326a-7" data-testid="conversation-turn-4" data-scroll-anchor="true" data-turn="assistant">
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			<h2 class="p1">Erbengemeinschaft: Blockaden und Verkaufsverweigerung auflösen</h2>
<p class="p2">In Erbengemeinschaften ereignet es sich regelmäßig, dass ein Miterbe eine Blockadehaltung einnimmt oder sich dem Verkauf von Nachlassgegenständen widersetzt. Eine Erbengemeinschaft bildet sich von Gesetzes wegen, sobald mehrere Personen das Vermögen eines Verstorbenen erben, sei es aufgrund testamentarischer Anordnung oder kraft gesetzlicher Erbfolge. Solange Uneinigkeit herrscht, liegt der Nachlass still, was sämtlichen Beteiligten Zeit und finanzielle Mittel raubt.</p>
<p class="p2">Setzt sich der Nachlass hauptsächlich aus Geldwerten zusammen und stehen die Erbquoten fest, gestaltet sich die Verteilung verhältnismäßig unkompliziert. Schwierigkeiten entstehen hingegen, wenn zum Nachlass Immobilien wie Wohnhäuser, Eigentumswohnungen oder Grundstücke zählen, die einer einfachen Aufteilung nicht zugänglich sind. In diesem Fall muss die Erbengemeinschaft zu einer Übereinkunft gelangen, wie mit diesen Vermögenswerten zu verfahren ist, und gerade an diesem Punkt entzündet sich häufig Streit um die Erbauseinandersetzung.</p>
<p class="p3">Dieser Ratgeber stellt dar, welche rechtlichen Handlungsmöglichkeiten bestehen, wenn ein Miterbe die Erbauseinandersetzung behindert oder sich dem Verkauf einer Immobilie verweigert: von der ordnungsgemäßen Verwaltung über den Verkauf des Erbteils und die Teilungsversteigerung bis hin zur Erbauseinandersetzungsklage.</p>
<h2 class="p4">Wer trifft in einer Erbengemeinschaft die Entscheidungen?</h2>
<p class="p2">Die Erbengemeinschaft stellt eine gesetzlich vorgegebene Gemeinschaft auf Zeit dar. Ihre ausschließliche Aufgabe besteht darin, den Nachlass auf die Miterben aufzuteilen und sich danach aufzulösen. Ihr Bestand währt bis zur vollständigen Auseinandersetzung des Nachlasses, sofern der Erblasser keine abweichende Zeitspanne festgelegt hat.</p>
<p class="p2">Der Erbengemeinschaft fehlt die Rechtsfähigkeit, und kein einzelner Miterbe besitzt ein Alleinentscheidungsrecht. Als Gemeinschaft kann sie selbst keine Verträge schließen, und die meisten Beschlüsse setzen das Einverständnis sämtlicher Erben voraus. Bleibt diese Einstimmigkeit aus, entsteht eine Blockade, welche die komplette Nachlassverwaltung zum Erliegen bringt und sämtlichen Erben Zeit sowie Geld raubt.</p>
<p class="p2"><strong>Zur Vermeidung dieser Handlungsunfähigkeit stehen zwei erprobte Möglichkeiten zur Verfügung:</strong></p>
<ul class="ul1">
<li class="li5"><b>Bevollmächtigter Vertreter:</b> Die Miterben benennen im gegenseitigen Einvernehmen einen Vertreter, beispielsweise einen im Erbrecht tätigen Rechtsanwalt, und versehen ihn mit den erforderlichen Vollmachten.</li>
<li class="li5"><b>Testamentsvollstreckung:</b> Wurde sie vom Erblasser bestimmt, übernimmt der Testamentsvollstrecker die Nachlassverwaltung und darf diesen auch ohne Einwilligung der Erben auseinandersetzen (§§ 2203 ff. BGB).</li>
</ul>
<p class="p2">Insbesondere bei verfeindeten Gemeinschaften oder räumlich weit auseinanderliegenden Erben bewirkt eine derartige Regelung eine deutliche Beschleunigung der Aufteilung.</p>
<p class="p2">Lassen Sie rechtzeitig durch einen Rechtsanwalt überprüfen, ob eine Vollmachtsregelung oder eine verfügte Testamentsvollstreckung Ihre Erbengemeinschaft handlungsfähig gestaltet. Sie gehören zu einer Erbengemeinschaft? Verhindern Sie Konflikte und zeitliche Verzögerungen, indem Sie einen Bevollmächtigten bestimmen, der Ihre Interessen sachgerecht und gerecht wahrnimmt. Gerne unterstützen wir Sie dabei!</p>
<h2 class="p4">Einstimmigkeit oder Mehrheit? Verfügung und ordnungsgemäße Verwaltung</h2>
<p class="p2">Die Frage, ob Miterben einstimmig oder per Mehrheit entscheiden müssen, richtet sich nach der konkreten Handlung. Das Gesetz kennt dabei im Wesentlichen drei Kategorien:</p>
<ul class="ul1">
<li class="li5"><b>Verfügung (Einstimmigkeit):</b> Veräußerung und Eigentumsübertragung einzelner Nachlassgegenstände verlangen prinzipiell die Einwilligung sämtlicher Miterben (§ 2040 Abs. 1 BGB).</li>
<li class="li5"><b>Ordnungsgemäße Verwaltung (Mehrheit):</b> Gewöhnliche Verwaltungshandlungen wie Erhaltungsarbeiten oder Vermietung werden durch die Mehrheit nach Erbquoten entschieden (§ 2038 Abs. 2 BGB).</li>
<li class="li5"><b>Notmaßnahmen (Alleingang):</b> Dringliche Erhaltungshandlungen, beispielsweise die Beseitigung eines Wasserschadens, kann jeder einzelne Miterbe eigenständig veranlassen (§ 2038 Abs. 1 Satz 2 BGB).</li>
</ul>
<p class="p2">Die Einordnung bereitet im konkreten Fall oftmals Schwierigkeiten. Der Bundesgerichtshof tendiert mittlerweile dazu, den Mehrheitsgrundsatz auszudehnen, sofern eine Verfügung gleichzeitig als ordnungsgemäße Verwaltungshandlung einzustufen ist. Dadurch soll verhindert werden, dass die Erbengemeinschaft durch das Veto einzelner Miterben gelähmt wird und handlungsunfähig bleibt.</p>
<p class="p2">Jeder Miterbe hat die Pflicht, bei der ordnungsgemäßen Verwaltung mitzuwirken. Lehnt ein Miterbe ohne triftigen Grund die Mitwirkung an einer notwendigen Handlung ab, besteht die Möglichkeit, seine Einwilligung gerichtlich zu ersetzen. Darüber hinaus droht ihm eine Schadensersatzpflicht, sofern der Nachlass durch seine Verweigerungshaltung einen Schaden erleidet.</p>
<h2 class="p4">Ist es einem Miterben möglich, den Hausverkauf zu blockieren?</h2>
<p class="p2">Ja. Der Verkauf eines Hauses innerhalb der Erbengemeinschaft erfordert grundsätzlich die Zustimmung aller Beteiligten. Verweigert auch nur ein einzelner Miterbe seine Einwilligung, scheitert der Verkauf, selbst wenn alle anderen einverstanden sind.</p>
<p class="p2">Eine Ausnahme ist denkbar, wenn sich im Nachlass mehrere Immobilien befinden. In diesem Fall lässt sich der Verkauf einer einzelnen Immobilie unter Umständen als Maßnahme der ordnungsgemäßen Verwaltung qualifizieren, sodass ein Mehrheitsbeschluss ausreicht. Die Begründung: Eine einzelne Immobilie aus einem umfangreicheren Bestand besitzt nicht die gleiche herausragende wirtschaftliche Bedeutung wie die einzige Immobilie im Nachlass. Diese Unterscheidung hängt allerdings vom konkreten Einzelfall ab und ist nicht immer eindeutig zu treffen.</p>
<p class="p2">Handelt es sich hingegen um die einzige oder wirtschaftlich dominierende Immobilie, verbleibt es beim Erfordernis der Einstimmigkeit. Verweigert ein Miterbe seine Zustimmung, führt auch eine Zustimmungsklage nicht weiter. In solchen Fällen bleibt üblicherweise nur der Weg über die Teilungsversteigerung.</p>
<p class="p2">Eine einvernehmliche Lösung stellt der Ankauf des Anteils dar. Die übrigen Miterben können den Anteil des widerstrebenden Miterben übernehmen und ihn auszahlen, oder der widerstrebende Miterbe erwirbt die Immobilie und zahlt die übrigen aus. Dies setzt jedoch voraus, dass die Beteiligten miteinander kommunizieren, sich über den Wert einigen können und über die erforderlichen finanziellen Mittel verfügen.</p>
<p class="p2">Zu berücksichtigen ist ferner das Grundbuch: Mit dem Erbfall werden die Miterben zwar kraft Gesetzes gemeinschaftliche Eigentümer der Immobilie. Das Grundbuch wird dadurch jedoch nicht automatisch aktualisiert, sondern die Erben müssen die Grundbuchberichtigung gesondert beantragen. Erst im Anschluss daran kann die Immobilie wirksam übertragen werden.</p>
<p class="p2">Lassen Sie anwaltlich prüfen, ob der Verkauf in Ihrem Fall einstimmig oder mehrheitlich durchgeführt werden kann, bevor Sie Zeit und Kosten in einen aussichtslosen Beschluss investieren.</p>
<h2 class="p4">Verkauf des Erbteils und Vorkaufsrecht der Miterben</h2>
<p class="p2">Auch wenn ein Miterbe die Auseinandersetzung des Erbes oder die Veräußerung einer Immobilie verhindern kann, berührt dies nicht sein Recht, den eigenen Erbanteil zu verkaufen. Jeder Miterbe darf seinen Anteil am gesamten Nachlass veräußern, ohne dass es der Zustimmung der übrigen Erben bedarf (§ 2033 BGB). Der Kaufvertrag über einen Erbanteil bedarf der notariellen Beurkundung.</p>
<p class="p2">Veräußerungen können sowohl an außenstehende Personen als auch an andere Miterben erfolgen. Wer aus einer verfahrenen Gemeinschaft ausscheiden möchte, findet auf diesem Weg eine geordnete Ausstiegsmöglichkeit. Veräußert ein Miterbe seinen Erbanteil an eine außenstehende Person, steht den verbleibenden Miterben ein gesetzliches Vorkaufsrecht zu (§ 2034 BGB). Sie können den Erbanteil zu denselben Bedingungen erwerben, die mit der außenstehenden Person vereinbart wurden. Das Vorkaufsrecht muss innerhalb von zwei Monaten ab Kenntnis von der Veräußerung ausgeübt werden.</p>
<p class="p2">Anders stellt sich die Rechtslage bei einer Schenkung dar: Schenkt ein Miterbe seinen Erbanteil, entsteht kein Vorkaufsrecht, und die verbleibenden Miterben müssen die Schenkung akzeptieren. Für die verbleibenden Miterben verändert sich durch die Veräußerung eines Erbanteils die Zusammensetzung der Gemeinschaft: Der Erwerber tritt mit sämtlichen Rechten und Pflichten an die Stelle des ausscheidenden Miterben in die Erbengemeinschaft ein. Die Gemeinschaft als solche bleibt bestehen, lediglich die Person des Mitglieds ändert sich.</p>
<p class="p3">Vor der Veräußerung oder der Ausübung eines Vorkaufsrechts sollten Sie den Wert des Erbanteils und die rechtlichen Konsequenzen anwaltlich prüfen lassen.</p>
<p class="p4"><b>Teilungsversteigerung: Ausweg ohne einstimmigen Beschluss</b></p>
<p class="p2">Kommt keine Einigung zustande, stellt die Teilungsversteigerung eine Lösungsmöglichkeit dar. Das Verfahren gleicht einer Zwangsversteigerung: Die Immobilie wird in einem öffentlichen Versteigerungsverfahren veräußert, wobei der erzielte Erlös an die Stelle des Grundstücks tritt.</p>
<p class="p2">Für die Antragstellung bedarf es weder der Einstimmigkeit noch eines Mehrheitsbeschlusses. Jeder Miterbe kann die Teilungsversteigerung beim zuständigen Amtsgericht eigenständig beantragen (§§ 180 ff. ZVG). Im Versteigerungsverfahren ist es auch einem Miterben gestattet, selbst mitzubieten und das Objekt zu ersteigern.</p>
<p class="p2"><strong>Mit der Teilungsversteigerung sind allerdings Nachteile verbunden, die Sie berücksichtigen sollten:</strong></p>
<ul class="ul1">
<li class="li5"><b>Wertminderung:</b> Das Objekt wird im gegenwärtigen Zustand versteigert. Wertsteigende Sanierungsmaßnahmen sind bei anhaltender Blockade in der Regel nicht umsetzbar.</li>
<li class="li5"><b>Niedrigerer Erlös:</b> Der Versteigerungserlös liegt häufig unter dem erzielbaren Preis bei einem freihändigen Verkauf.</li>
<li class="li5"><b>Keine Absicherung gegen Fremderwerb:</b> Auch ein außenstehender Bieter kann den Zuschlag erlangen, wodurch die Immobilie die Familie verlässt.</li>
</ul>
<p class="p2">Die Teilungsversteigerung beendet zwar die Auseinandersetzung um die Immobilie. Der Erlös muss danach allerdings noch unter den Miterben aufgeteilt werden. Dauern die Konflikte an, verlagert sich die Auseinandersetzung lediglich auf diese Ebene.</p>
<p class="p2">Das Verfahren wird beim Vollstreckungsgericht durchgeführt und kann mehrere Monate in Anspruch nehmen. Aus dem Versteigerungserlös werden zunächst die am Grundstück bestehenden Rechte befriedigt, der verbleibende Mehrerlös geht in den Nachlass über und wird dort entsprechend den Erbquoten aufgeteilt. Ersteigert ein Miterbe das Objekt selbst, wird sein Anteil mit dem Gebot verrechnet.</p>
<p class="p3">Bevor Sie eine Teilungsversteigerung beantragen oder gegen einen Antrag vorgehen, sollten Sie die wirtschaftlichen Auswirkungen anwaltlich bewerten lassen.</p>
<h2 class="p4">Teilungsklage: Lösung bei dauerhafter Blockade durch einen Miterben</h2>
<p class="p2">Sperrt sich ein Miterbe gegen sämtliche Lösungsvorschläge, bietet sich als letzter Ausweg die Erbauseinandersetzungs- oder Teilungsklage an. In diesem Verfahren entscheidet das Gericht über die Verteilung des Nachlasses. Der Kläger ist verpflichtet, einen vollständigen Teilungsplan vorzulegen, den das Gericht ausschließlich billigen oder zurückweisen, jedoch nicht durch eigene Vorschläge ergänzen kann.</p>
<p class="p2">Erfolgversprechend ist eine solche Klage nur dann, wenn der Nachlass teilungsreif ist, sämtliche Nachlassverbindlichkeiten also geklärt sind und sich ein stimmiger Teilungsplan erstellen lässt. Oftmals sind diese Voraussetzungen nicht gegeben, weshalb die Klage komplex und mit erheblichen Kostenrisiken behaftet ist. Praktisch erweist es sich häufig als wirkungsvoller, durch gezielte Feststellungs- oder Zustimmungsklagen zu konkreten Einzelfragen Druck zu erzeugen, die dem blockierenden Miterben die Erfolglosigkeit seiner Position verdeutlichen.</p>
<p class="p2"><strong>Zwei Aspekte sollten Erben in diesem Zusammenhang unbedingt berücksichtigen:</strong></p>
<ul class="ul1">
<li class="li5"><b>Keine voreiligen Auszahlungen vornehmen:</b> Verteilen Sie keine Nachlassbestandteile, bevor eine abschließende Einigung erzielt wurde. Bereits ausgezahlte Beträge kann der blockierende Miterbe dazu verwenden, die Auseinandersetzung weiter zu finanzieren.</li>
<li class="li5"><b>Erbschaftsteuer nicht außer Acht lassen:</b> Die Erbschaftsteuer entsteht unabhängig davon, ob bereits Auszahlungen erfolgt sind. Sie ist gegebenenfalls aus eigenen Mitteln zu begleichen, was den Druck zur Einigung verstärkt.</li>
</ul>
<p class="p2">Lassen Sie vor Erhebung einer Teilungsklage anwaltlich überprüfen, ob der Nachlass teilungsreif ist und welche Vorgehensweise Ihre Rechtsposition optimal stärkt.</p>
<p class="p4"><b>So beheben wir Blockaden in der Erbengemeinschaft</b></p>
<p class="p2">Streitigkeiten in Erbengemeinschaften können sich ohne durchdachte Vorgehensweise über Jahre hinziehen. Wir unterstützen Sie dabei, Konflikte zu lösen und die Erbauseinandersetzung zügig sowie wirtschaftlich vorteilhaft abzuwickeln:</p>
<ul class="ul1">
<li class="li5"><b>Analyse:</b> Wir ermitteln Erbquoten, Nachlassbestand und prüfen, welche Beschlüsse einstimmig und welche mehrheitlich gefasst werden können.</li>
<li class="li5"><b>Verhandlung:</b> Wir erarbeiten Wege zur einvernehmlichen Lösung, beispielsweise durch Anteilsübertragung oder eine Auseinandersetzungsvereinbarung.</li>
<li class="li5"><b>Durchsetzung:</b> Falls erforderlich, setzen wir Ihre Ansprüche mittels Teilungsversteigerung, Feststellungs-, Zustimmungs- oder Teilungsklage durch.</li>
<li class="li5"><b>Absicherung:</b> Wir behalten Fristen, steuerliche Konsequenzen und mögliche nachteilige Vorauszahlungen im Blick, um Ihre Position zu schützen.</li>
</ul>
<p class="p2">Lassen Sie Ihre Erbengemeinschaft rechtzeitig anwaltlich betreuen, damit eine Blockade nicht in jahrelangen Stillstand und vermeidbare Kosten mündet.</p>

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</div></div></div></div></div></div><div class="vc_custom_1758706449539"><div class="container"><div class="vc_row wpb_row vc_row-fluid"><div class="wpb_column vc_column_container vc_col-sm-12"><div class="vc_column-inner"><div class="wpb_wrapper"><section class="vc_cta3-container"><div class="vc_general vc_do_cta3 vc_cta3 white-text vc_cta3-style-custom vc_cta3-shape-rounded vc_cta3-align-left vc_cta3-icon-size-md vc_cta3-actions-bottom" style="background-color:#0F3A31;"><div class="vc_cta3_content-container"><div class="vc_cta3-content"><header class="vc_cta3-content-header"><h2 style="color:#FFFFFF;">Blockiert ein Miterbe die Erbauseinandersetzung oder den Verkauf einer Immobilie?</h2></header><article class="text-token-text-primary w-full focus:outline-none &#091;--shadow-height:45px&#093; has-data-writing-block:pointer-events-none has-data-writing-block:-mt-(--shadow-height) has-data-writing-block:pt-(--shadow-height) &#091;&amp;:has(&#091;data-writing-block&#093;)&gt;*&#093;:pointer-events-auto &#091;content-visibility:auto&#093; supports-&#091;content-visibility:auto&#093;:&#091;contain-intrinsic-size:auto_100lvh&#093; scroll-mt-&#091;calc(var(--header-height)+min(200px,max(70px,20svh)))&#093;" dir="auto" tabindex="-1" data-turn-id="request-WEB:2a87cc2b-a351-48ec-b7d9-5129abf4244a-24" data-testid="conversation-turn-16" data-scroll-anchor="true" data-turn="assistant">
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</div><div class="vc_cta3-actions"><div class="vc_btn3-container  btn-green-text vc_btn3-inline vc_do_btn" ><a class="vc_general vc_btn3 vc_btn3-size-md vc_btn3-shape-square vc_btn3-style-modern vc_btn3-icon-left vc_btn3-color-white" href="https://guski-such.de/kontakt/" title="Kontakt"><i class="vc_btn3-icon fas fa-envelope"></i> Kontakt</a></div></div></div></div></section></div></div></div></div></div></div><div class=""><div class="container"><div class="vc_row wpb_row vc_row-fluid"><div class="wpb_column vc_column_container vc_col-sm-12"><div class="vc_column-inner"><div class="wpb_wrapper"><div  class="vc_do_toggle vc_toggle vc_toggle_classic vc_toggle_color_none  vc_toggle_size_left"><div class="vc_toggle_title"><h4>Wie entsteht eine Erbengemeinschaft?</h4><i class="vc_toggle_icon"></i></div><div class="vc_toggle_content"><p class="p1">Eine Erbengemeinschaft bildet sich von selbst, sobald mehrere Personen zusammen erben – ob aufgrund eines Testaments oder der gesetzlichen Erbfolge. Es handelt sich um eine zeitlich begrenzte Zwangsgemeinschaft, deren Zweck darin besteht, das Erbe aufzuteilen und sich anschließend aufzulösen. Solange die Auseinandersetzung nicht erfolgt ist, steht der gesamte Nachlass allen Mitgliedern gemeinschaftlich zu.</p>
</div></div><div  class="vc_do_toggle vc_toggle vc_toggle_classic vc_toggle_color_none  vc_toggle_size_left"><div class="vc_toggle_title"><h4>Wer trifft in einer Erbengemeinschaft die Entscheidungen?</h4><i class="vc_toggle_icon"></i></div><div class="vc_toggle_content"><p class="p1">Kein einzelner Miterbe besitzt alleinige Entscheidungsbefugnis. Die Verfügung über einzelne Nachlassgegenstände erfordert die gemeinschaftliche Zustimmung aller Miterben (§ 2040 BGB), wohingegen Maßnahmen der ordnungsgemäßen Verwaltung durch Mehrheitsbeschluss nach Erbquoten getroffen werden können (§ 2038 BGB). Notwendige Erhaltungsmaßnahmen kann jeder Miterbe eigenständig durchführen.</p>
</div></div><div  class="vc_do_toggle vc_toggle vc_toggle_classic vc_toggle_color_none  vc_toggle_size_left"><div class="vc_toggle_title"><h4>Kann ein einzelner Miterbe einen Immobilienverkauf blockieren?</h4><i class="vc_toggle_icon"></i></div><div class="vc_toggle_content"><p class="p1">Ja. Für den Verkauf einer Immobilie ist grundsätzlich Einstimmigkeit erforderlich, weshalb ein einzelner Miterbe diesen verhindern kann. Eine Ausnahme kann vorliegen, wenn der Nachlass mehrere Immobilien umfasst und der Verkauf einer einzelnen davon als ordnungsgemäße Verwaltung mit Mehrheit beschlossen werden kann. Bei der einzigen Immobilie im Nachlass bleibt es jedoch bei der Einstimmigkeit.</p>
</div></div><div  class="vc_do_toggle vc_toggle vc_toggle_classic vc_toggle_color_none  vc_toggle_size_left"><div class="vc_toggle_title"><h4>Ist der Verkauf meines Erbteils möglich?</h4><i class="vc_toggle_icon"></i></div><div class="vc_toggle_content"><p class="p1">Ja. Jeder Miterbe ist berechtigt, seinen Anteil am Gesamtnachlass zu veräußern, ohne dass die Zustimmung der übrigen Miterben erforderlich ist (§ 2033 BGB). Die Veräußerung kann sowohl an außenstehende Dritte als auch an andere Mitglieder der Erbengemeinschaft erfolgen. Der Kaufvertrag bedarf der notariellen Beurkundung.</p>
</div></div><div  class="vc_do_toggle vc_toggle vc_toggle_classic vc_toggle_color_none  vc_toggle_size_left"><div class="vc_toggle_title"><h4>Besteht für die weiteren Miterben ein Vorkaufsrecht?</h4><i class="vc_toggle_icon"></i></div><div class="vc_toggle_content"><p class="p1">Ja. Veräußert ein Miterbe seinen Erbteil an eine außenstehende Person, steht den anderen Miterben ein Vorkaufsrecht zu (§ 2034 BGB). Sie können zu den identischen Bedingungen erwerben und müssen dieses Recht innerhalb von zwei Monaten nach Kenntniserlangung geltend machen. Bei einer Schenkung gibt es hingegen kein Vorkaufsrecht.</p>
</div></div><div  class="vc_do_toggle vc_toggle vc_toggle_classic vc_toggle_color_none  vc_toggle_size_left"><div class="vc_toggle_title"><h4>Wie funktioniert eine Teilungsversteigerung?</h4><i class="vc_toggle_icon"></i></div><div class="vc_toggle_content"><p class="p1">Im Rahmen der Teilungsversteigerung wird eine zum Nachlass gehörende Immobilie in einem öffentlichen Versteigerungsverfahren veräußert; der erzielte Erlös tritt an die Stelle des Grundstücks. Eine einstimmige Entscheidung ist hierfür nicht erforderlich: Jeder einzelne Miterbe ist berechtigt, sie beim zuständigen Amtsgericht zu beantragen (§§ 180 ff. ZVG). Auch ein Miterbe kann selbst am Bietverfahren teilnehmen.</p>
</div></div><div  class="vc_do_toggle vc_toggle vc_toggle_classic vc_toggle_color_none  vc_toggle_size_left"><div class="vc_toggle_title"><h4>Welche Nachteile bringt eine Teilungsversteigerung mit sich?</h4><i class="vc_toggle_icon"></i></div><div class="vc_toggle_content"><p class="p1">Die Immobilie gelangt in ihrem derzeitigen Zustand zur Versteigerung, wobei werterhöhende Sanierungsmaßnahmen bei bestehender Blockade in der Regel ausgeschlossen sind. Der erzielte Erlös liegt daher häufig unter dem Ergebnis eines freihändigen Verkaufs. Außerdem besteht die Möglichkeit, dass ein außenstehender Bieter den Zuschlag erhält.</p>
</div></div><div  class="vc_do_toggle vc_toggle vc_toggle_classic vc_toggle_color_none  vc_toggle_size_left"><div class="vc_toggle_title"><h4>Welche Möglichkeiten habe ich, wenn ein Miterbe andauernd blockiert?</h4><i class="vc_toggle_icon"></i></div><div class="vc_toggle_content"><p class="p1">Blockiert ein Miterbe die Auseinandersetzung beharrlich, kann eine Erbauseinandersetzungsklage infrage kommen, in der das Gericht einen eingereichten Teilungsplan beurteilt. Voraussetzung ist jedoch, dass der Nachlass teilungsreif ist, und das Verfahren birgt erhebliche Kostenrisiken. Häufig erweist es sich als zielführender, durch gezielte Feststellungs- oder Zustimmungsklagen zu einzelnen Streitpunkten Druck zu erzeugen oder den Weg der Teilungsversteigerung zu beschreiten.</p>
</div></div><div  class="vc_do_toggle vc_toggle vc_toggle_classic vc_toggle_color_none  vc_toggle_size_left"><div class="vc_toggle_title"><h4>Ist die Erbschaftsteuer zu zahlen, auch wenn der Nachlass noch nicht aufgeteilt wurde?</h4><i class="vc_toggle_icon"></i></div><div class="vc_toggle_content"><p class="p1">Ja. Die Erbschaftsteuer entsteht mit dem Erbfall, unabhängig davon, ob der Nachlass bereits aufgeteilt oder eine Auszahlung erfolgt ist. Gegebenenfalls muss sie aus eigenen Mitteln beglichen werden. Diese Situation verstärkt in verfahrenen Gemeinschaften oftmals den Druck zur Einigung.</p>
</div></div><div  class="vc_do_toggle vc_toggle vc_toggle_classic vc_toggle_color_none  vc_toggle_size_left"><div class="vc_toggle_title"><h4>Wann ist anwaltliche Unterstützung bei Konflikten in der Erbengemeinschaft ratsam?</h4><i class="vc_toggle_icon"></i></div><div class="vc_toggle_content"><p class="p1">Wenn ein Miterbe den Fortgang hemmt, ein Verkauf misslingt oder die Aufteilung ins Stocken gerät, empfiehlt sich rechtliche Unterstützung. Ein im Erbrecht versierter Rechtsanwalt analysiert die Mehrheitsverhältnisse, beachtet maßgebliche Fristen und vertritt Ihre Interessen erforderlichenfalls vor Gericht. Damit verhindern Sie eine jahrelange Lähmung und vermeidbare finanzielle Belastungen.</p>
</div></div></div></div></div></div></div></div>
</div>Der Beitrag <a href="https://guski-such.de/erbengemeinschaft-blockade-verkaufsverweigerung/">Erbengemeinschaft: Lösungen bei Blockaden und Verkaufsverweigerungen</a> erschien zuerst auf <a href="https://guski-such.de">Guski ∙ Such - Rechtsanwälte Karlsruhe</a>.]]></content:encoded>
					
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		<title>Außerordentliche Kündigung wegen Äußerung in Chatgruppe</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Oliver Guski]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 23 Jul 2026 06:36:30 +0000</pubDate>
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										<content:encoded><![CDATA[<div class="wpb-content-wrapper"><div class=""><div class="container"><div class="vc_row wpb_row vc_row-fluid vc_column-gap-30"><div class="wpb_column vc_column_container vc_col-sm-8"><div class="vc_column-inner"><div class="wpb_wrapper">
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			<div class="standard-markdown grid-cols-1 grid &#091;&amp;_&gt;_*&#093;:min-w-0 gap-3">
<p class="p1">Herabwürdigende Aussagen in einer privaten WhatsApp-Gruppe können eine fristlose Kündigung nach sich ziehen. Das Bundesarbeitsgericht hat festgestellt, dass Beschäftigte sich lediglich in Ausnahmefällen auf Vertraulichkeit berufen können. Der Beitrag erläutert das Urteil, den weiteren Verlauf vor dem LAG und was Arbeitnehmer und Arbeitgeber berücksichtigen sollten.</p>
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			<p class="PDq2pG_selectionAnchorContainer" data-start="344" data-end="491">Beleidigende Äußerungen in privaten Chatgruppen können eine fristlose Kündigung rechtfertigen. Erfahren Sie, was BAG und LAG entschieden haben.<span aria-hidden="true" class="PDq2pG_selectionAnchor"></span></p>
<article class="text-token-text-primary w-full focus:outline-none &#091;--shadow-height:45px&#093; has-data-writing-block:pointer-events-none has-data-writing-block:-mt-(--shadow-height) has-data-writing-block:pt-(--shadow-height) &#091;&amp;:has(&#091;data-writing-block&#093;)&gt;*&#093;:pointer-events-auto scroll-mt-&#091;calc(var(--header-height)+min(200px,max(70px,20svh)))&#093;" dir="auto" tabindex="-1" data-turn-id="request-WEB:d53aa0ba-5d39-4d45-88dd-295508c1326a-7" data-testid="conversation-turn-4" data-scroll-anchor="true" data-turn="assistant">
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<div class="gt3_module_button  button_alignment_center  "><a class="button_size_normal   vc_custom_1758706077271" href="https://guski-such.de/kontakt/" title="Kontakt"  style="border-width: 1px; border-style: solid; " ><span class="gt3_btn_text">KONTAKT</span></a></div></div></div></div></div></div></div><div class=""><div class="container"><div class="vc_row wpb_row vc_row-fluid"><div class="wpb_column vc_column_container vc_col-sm-12"><div class="vc_column-inner"><div class="wpb_wrapper">
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			<h2 class="p1">Private Chatgruppen und die Vertraulichkeitsgrenzen</h2>
<p class="p2">Stellt eine private WhatsApp-Gruppe einen rechtsfreien Raum dar, in dem ungestraft über Vorgesetzte und Kollegen gelästert werden darf? Das Bundesarbeitsgericht hat hierzu eine vielbeachtete Grundsatzentscheidung gefällt und deutlich gemacht: Wer in einer Chatgruppe beleidigende, rassistische oder gewaltverherrlichende Äußerungen tätigt, kann sich nur in Ausnahmefällen auf Vertraulichkeit berufen und riskiert eine fristlose Kündigung. Dieser Beitrag erläutert den Fall, die Entscheidung, den weiteren Verlauf sowie die Lehren, die Beschäftigte und Arbeitgeber daraus ziehen sollten.</p>
<h2 class="p1">Der Sachverhalt: Beleidigende Nachrichten in einer privaten WhatsApp-Gruppe</h2>
<p class="p3">Ein Arbeitnehmer mit mehr als 20-jähriger Betriebszugehörigkeit war Mitglied einer privaten WhatsApp-Gruppe mit sieben Personen, vorwiegend Kollegen, die zum Teil durch langjährige Freundschaften und familiäre Bande verbunden waren. In dieser Gruppe wurden neben persönlichen Angelegenheiten auch Aussagen über Vorgesetzte und Kollegen geteilt.</p>
<p class="p2">Das Gericht bewertete diese Nachrichten als massiv beleidigend, rassistisch, sexistisch und gewaltanstachelnd. Sie zielten in erniedrigender Weise auf einzelne Personen ab, unter anderem aufgrund deren Herkunft, und beinhalteten teilweise gewaltverherrlichende Ausdrücke. Als der Arbeitgeber hiervon erfuhr, sprach er eine außerordentliche fristlose Kündigung aus. Der Arbeitnehmer wehrte sich mit einer Kündigungsschutzklage. Die unteren Instanzen bewerteten die Kündigung zunächst als rechtsunwirksam und begründeten dies hauptsächlich damit, dass der Arbeitnehmer in der privaten Gruppe auf Vertraulichkeit habe bauen dürfen.</p>
<h2 class="p1">Die Entscheidung des Bundesarbeitsgerichts</h2>
<p class="p3">Das Bundesarbeitsgericht bewertete die Situation abweichend und folgte der Revision des Arbeitgebers (BAG, Urteil vom 24.08.2023, Az. 2 AZR 17/23). Wenn es um herabwürdigende und menschenverachtende Aussagen über Betriebsangehörige in einer privaten Chatgruppe mit sieben Mitgliedern geht, verlangt das BAG eine besondere Begründung dafür, weshalb der Arbeitnehmer berechtigterweise annehmen durfte, seine Aussagen würden von keinem der Teilnehmer an Außenstehende weitergetragen. Ein Anspruch auf Vertraulichkeit entsteht somit nicht von selbst.</p>
<p class="p2">Das Gericht kassierte die Entscheidung der Vorinstanz und gab den Fall an das Landesarbeitsgericht zurück. Dem Arbeitnehmer sollte die Möglichkeit eingeräumt werden, zu erläutern, weshalb er unter Berücksichtigung der Gruppengröße und ihrer Zusammensetzung, der unterschiedlichen Beteiligung der Mitglieder sowie der Verwendung eines schnelllebigen Mediums auf Vertraulichkeit hätte vertrauen dürfen. Der Senat befand am gleichen Tag in zwei vergleichbar gelagerten Verfahren weiterer Gruppenmitglieder auf identische Weise.</p>
<h2 class="p1">Unter welchen Umständen besteht eine berechtigte Vertraulichkeitserwartung?</h2>
<p class="p3">Das Urteil verdeutlicht, dass private Gruppen nicht pauschal als geschützter Bereich anzusehen sind. Eine gerechtfertigte Erwartung von Vertraulichkeit erfordert eine umfassende Würdigung aller Umstände. Dabei spielen folgende Faktoren eine zentrale Rolle:</p>
<ul class="ul1">
<li class="li4"><b>Der Inhalt der Nachrichten:</b> Je gravierender die Aussagen sind, beispielsweise bei Beschimpfungen, Hetzreden oder Aufrufen zu Gewalt gegen Kollegen, desto wahrscheinlicher ist es, dass der Arbeitnehmer mit der Offenlegung rechnen muss.</li>
<li class="li4"><b>Die Größe der Gruppe:</b> Bei einem sehr kleinen, persönlich eng verbundenen Personenkreis ist eine Vertraulichkeitserwartung eher gerechtfertigt als bei einer umfangreicheren Gruppe.</li>
<li class="li4"><b>Die Zusammensetzung und Nähe der Beziehungen:</b> Ein außergewöhnlich nahes, beispielsweise familiär geprägtes Vertrauensverhältnis kann den Vertraulichkeitsschutz erhöhen, während bloß oberflächliche kollegiale Verbindungen dies nicht vermögen.</li>
<li class="li4"><b>Das genutzte Medium:</b> Bei einem dynamischen Messenger-Dienst, über den Inhalte problemlos geteilt oder archiviert werden können, ist die Annahme unbedingter Vertraulichkeit weniger gerechtfertigt.</li>
</ul>
<p class="p2">Bei außerordentlich schwerwiegenden Aussagen reicht die schlichte Behauptung, es habe sich um einen privaten Chat gehandelt, keinesfalls aus. Der Arbeitnehmer ist vielmehr verpflichtet, substantiiert zu erläutern, worauf seine Erwartung der Vertraulichkeit beruhte.</p>
<h2 class="p1">Wie das Verfahren endete: die neue Entscheidung des LAG Niedersachsen</h2>
<p class="p3">Im Anschluss an die Zurückverweisung entschied das Landesarbeitsgericht Niedersachsen erneut über den Fall und bestätigte die außerordentliche Kündigung (LAG Niedersachsen, Urteil vom 30.09.2024, Az. 15 Sa 787/23). Das Gericht lehnte eine berechtigte Vertraulichkeitserwartung ab, da die Beziehungen in der WhatsApp-Gruppe nicht die Qualität eines familiären Vertrauensverhältnisses aufwiesen, und stufte aufgrund der Schwere der Äußerungen sowie des entstandenen Vertrauensverlusts die Fortführung des Arbeitsverhältnisses als unzumutbar ein. Die Meinungsfreiheit schützt nach dieser Rechtsprechung keine rassistischen, sexistischen und gewaltverherrlichenden Äußerungen, welche die Grundrechte anderer Menschen verletzen.</p>
<p class="p3">Für diesen Fall steht somit fest, dass die getätigten Äußerungen die außerordentliche Kündigung rechtfertigten. Die vom BAG aufgestellte Rechtsprechung hat sich damit in der praktischen Anwendung bewährt.</p>
<p class="p2">Außerordentlich gekündigt? Ein Rechtsanwalt im Arbeitsrecht unterstützt Sie gerne bei der Durchsetzung Ihrer Rechte!</p>
<h2 class="p1">Relevanz für Beschäftigte und Unternehmen</h2>
<p class="p3">Für Arbeitnehmer ergibt sich daraus eine klare Konsequenz: Private Chatgruppen bieten keinen geschützten Raum, in dem sämtliche Äußerungen folgenlos bleiben. Nachrichten können an Dritte und somit zum Arbeitgeber weitergeleitet werden, und bei beleidigenden oder menschenverachtenden Inhalten bietet die Erwartung von Vertraulichkeit keinen verlässlichen Schutz vor arbeitsrechtlichen Konsequenzen. Dies gilt insbesondere, da das BAG seine frühere, nachsichtigere Rechtsprechung aufgegeben hat. Bei gravierenden Verstößen droht sogar die außerordentliche Kündigung ohne vorausgehende Abmahnung.</p>
<p class="p2">Für Arbeitgeber erleichtert diese Rechtsprechung das Vorgehen gegen gravierende, namentlich beleidigende und menschenverachtende Aussagen im Betrieb. Die Entscheidung ist von besonderer Tragweite, da das BAG in seiner Entscheidung vom 10. Dezember 2009 (2 AZR 534/08) noch davon ausging, dass Arbeitnehmer grundsätzlich erwarten dürfen, ehrverletzende Bemerkungen über Vorgesetzte und Kollegen blieben vertraulich. Entscheidend ist nunmehr die Schwere der Äußerung: Je gravierender das Fehlverhalten, desto geringer wiegt das Vertraulichkeitsargument.</p>
<h2 class="p1">Was Betroffene tun sollten und wann ein Rechtsanwalt hilft</h2>
<p class="p3">Wer aufgrund von Chatnachrichten gekündigt wird, darf keine Zeit verlieren, denn die Kündigungsschutzklage muss innerhalb von drei Wochen eingereicht werden. Während dieser Frist kann geprüft werden, ob tatsächlich ein berechtigtes Vertrauen auf Vertraulichkeit vorlag, auf welchem Weg die Nachrichten zum Arbeitgeber kamen und ob alle formalen Kündigungsvoraussetzungen erfüllt wurden. Auch die Frage nach der Zulässigkeit der Verwertung von Chatinhalten kann dabei relevant sein.</p>
<p class="p2">Arbeitgeber hingegen müssen den Sachverhalt genau dokumentieren, die zweiwöchige Frist für eine außerordentliche Kündigung beachten und nachvollziehbar machen, wie sie Kenntnis von den Inhalten erhielten. In beiden Fällen empfiehlt sich die Hinzuziehung eines Rechtsanwalts. Ein Rechtsanwalt mit Schwerpunkt im Arbeitsrecht prüft die Erfolgsaussichten der jeweiligen Position und vertritt die Mandanteninteressen sowohl außergerichtlich als auch vor dem Arbeitsgericht.</p>
<h2 class="p1">Fazit</h2>
<p class="p3">Das Urteil des Bundesarbeitsgerichts sowie die nachfolgende Bestätigung durch das LAG Niedersachsen machen deutlich, dass private Chatgruppen keinen rechtsfreien Raum darstellen. Wer sich über Vorgesetzte und Kollegen beleidigend, rassistisch oder gewaltverherrlichend äußert, kann sich lediglich in außergewöhnlichen Ausnahmefällen auf Vertraulichkeit stützen und läuft Gefahr, eine fristlose Kündigung zu erhalten. Angesichts der zunehmenden Vermischung von beruflichen und privaten Bereichen ist es für Beschäftigte wichtig, sich der möglichen Konsequenzen bewusst zu werden und im Konfliktfall zeitnah rechtliche Unterstützung einzuholen.</p>

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</div><div class="vc_cta3-actions"><div class="vc_btn3-container  btn-green-text vc_btn3-inline vc_do_btn" ><a class="vc_general vc_btn3 vc_btn3-size-md vc_btn3-shape-square vc_btn3-style-modern vc_btn3-icon-left vc_btn3-color-white" href="https://guski-such.de/kontakt/" title="Kontakt"><i class="vc_btn3-icon fas fa-envelope"></i> Kontakt</a></div></div></div></div></section></div></div></div></div></div></div><div class=""><div class="container"><div class="vc_row wpb_row vc_row-fluid"><div class="wpb_column vc_column_container vc_col-sm-12"><div class="vc_column-inner"><div class="wpb_wrapper"><div  class="vc_do_toggle vc_toggle vc_toggle_classic vc_toggle_color_none  vc_toggle_size_left"><div class="vc_toggle_title"><h4>Können Äußerungen in einer privaten WhatsApp-Gruppe zur Kündigung führen?</h4><i class="vc_toggle_icon"></i></div><div class="vc_toggle_content"><p class="p1">Ja. Gemäß der Rechtsprechung des Bundesarbeitsgerichts sind beleidigende, rassistische oder gewaltverherrlichende Äußerungen über Vorgesetzte und Kollegen auch in einer privaten Chatgruppe geeignet, eine außerordentliche Kündigung zu begründen.</p>
</div></div><div  class="vc_do_toggle vc_toggle vc_toggle_classic vc_toggle_color_none  vc_toggle_size_left"><div class="vc_toggle_title"><h4>Was wurde vom BAG am 24.08.2023 festgelegt?</h4><i class="vc_toggle_icon"></i></div><div class="vc_toggle_content"><p class="p1">Das BAG machte deutlich, dass in einer Chatgruppe kein automatischer Anspruch auf Vertraulichkeit besteht. Bei gravierenden Äußerungen über Betriebsangehörige muss der Arbeitnehmer konkret darlegen, aus welchen Gründen er auf Verschwiegenheit vertrauen konnte. Der Fall wurde zur erneuten Entscheidung an das LAG zurückgegeben.</p>
</div></div><div  class="vc_do_toggle vc_toggle vc_toggle_classic vc_toggle_color_none  vc_toggle_size_left"><div class="vc_toggle_title"><h4>Wann ist eine Vertraulichkeitserwartung in einem Chat gerechtfertigt?</h4><i class="vc_toggle_icon"></i></div><div class="vc_toggle_content"><p class="p1">Lediglich in besonderen Ausnahmefällen. Entscheidend sind der Inhalt der Nachrichten, die Größe und Zusammensetzung der Gruppe, die Intensität der Beziehungen sowie das verwendete Medium. Je gravierender die Äußerung ist, desto geringer fällt die Berechtigung einer Vertraulichkeitserwartung aus.</p>
</div></div><div  class="vc_do_toggle vc_toggle vc_toggle_classic vc_toggle_color_none  vc_toggle_size_left"><div class="vc_toggle_title"><h4>Ist die Größe der Chatgruppe von Bedeutung?</h4><i class="vc_toggle_icon"></i></div><div class="vc_toggle_content"><p class="p1">Ja. Bei einem sehr kleinen, eng vertrauten Personenkreis ist eine Vertraulichkeitserwartung eher gerechtfertigt als bei einer größeren Gruppe. Im vorliegenden Fall mit sieben Teilnehmern war die Nähe der Beziehungen für einen besonderen Schutz nicht ausreichend.</p>
</div></div><div  class="vc_do_toggle vc_toggle vc_toggle_classic vc_toggle_color_none  vc_toggle_size_left"><div class="vc_toggle_title"><h4>Werden beleidigende Äußerungen im Chat durch die Meinungsfreiheit geschützt?</h4><i class="vc_toggle_icon"></i></div><div class="vc_toggle_content"><p class="p1">Nein, nicht ohne Einschränkungen. Das LAG Niedersachsen hat deutlich gemacht, dass die Meinungsfreiheit rassistische, sexistische und gewaltverherrlichende Aussagen, welche die Grundrechte anderer beeinträchtigen, nicht schützt.</p>
</div></div><div  class="vc_do_toggle vc_toggle vc_toggle_classic vc_toggle_color_none  vc_toggle_size_left"><div class="vc_toggle_title"><h4>Wie endete der konkrete Fall?</h4><i class="vc_toggle_icon"></i></div><div class="vc_toggle_content"><p class="p1">Im zweiten Rechtsgang kam das LAG Niedersachsen am 30.09.2024 (15 Sa 787/23) zum Ergebnis, dass die außerordentliche Kündigung rechtmäßig war. Es lehnte das Bestehen einer berechtigten Vertraulichkeitserwartung ab und bewertete die Weiterführung des Arbeitsverhältnisses als nicht zumutbar.</p>
</div></div><div  class="vc_do_toggle vc_toggle vc_toggle_classic vc_toggle_color_none  vc_toggle_size_left"><div class="vc_toggle_title"><h4>Muss vor einer derartigen Kündigung eine Abmahnung ausgesprochen werden?</h4><i class="vc_toggle_icon"></i></div><div class="vc_toggle_content"><p class="p1">Nicht in jedem Fall. Bei besonders gravierenden Pflichtverstößen kann eine fristlose Kündigung auch ohne vorausgehende Abmahnung rechtswirksam sein, da dem Beschäftigten die Unzulässigkeit seines Verhaltens klar sein muss. Entscheidend ist die individuelle Fallkonstellation.</p>
</div></div><div  class="vc_do_toggle vc_toggle vc_toggle_classic vc_toggle_color_none  vc_toggle_size_left"><div class="vc_toggle_title"><h4>Ist der Arbeitgeber berechtigt, Chatinhalte überhaupt zu verwerten?</h4><i class="vc_toggle_icon"></i></div><div class="vc_toggle_content"><p class="p1">Das ist einzelfallabhängig. Wenn Inhalte beispielsweise von einem Gruppenmitglied aus eigenem Antrieb preisgegeben wurden, ist eine Verwertung in der Regel zulässig. Dennoch müssen datenschutzrechtliche Vorgaben und etwaige Verwertungsverbote überprüft werden.</p>
</div></div><div  class="vc_do_toggle vc_toggle vc_toggle_classic vc_toggle_color_none  vc_toggle_size_left"><div class="vc_toggle_title"><h4>Ist das ausschließlich auf WhatsApp beschränkt?</h4><i class="vc_toggle_icon"></i></div><div class="vc_toggle_content"><p class="p1">Nein. Die Grundsätze gelten ebenso für vergleichbare Messenger-Dienste und soziale Netzwerke. Ausschlaggebend ist nicht die verwendete Plattform, sondern ob eine berechtigte Vertraulichkeitserwartung vorlag und wie schwerwiegend die getätigten Äußerungen sind.</p>
</div></div><div  class="vc_do_toggle vc_toggle vc_toggle_classic vc_toggle_color_none  vc_toggle_size_left"><div class="vc_toggle_title"><h4>Wann ist die Beauftragung eines Rechtsanwalts bei einer Kündigung wegen Chatnachrichten sinnvoll?</h4><i class="vc_toggle_icon"></i></div><div class="vc_toggle_content"><p class="p1">Bereits dann, wenn eine Kündigung ausgesprochen wurde oder ein entsprechender Vorwurf erhoben wird. Gegen eine Kündigung muss innerhalb von drei Wochen Klage eingereicht werden. Ein Rechtsanwalt prüft die Erfolgsaussichten und achtet auf die Einhaltung der Fristen, unabhängig davon, ob es sich um einen Arbeitnehmer oder einen Arbeitgeber handelt.</p>
</div></div></div></div></div></div></div></div>
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		<title>Täuschung bei der Theorieprüfung: Führerschein muss sofort abgegeben werden</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Lennard Such]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 09 Jul 2026 07:58:12 +0000</pubDate>
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		<category><![CDATA[Verkehrsrecht]]></category>
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										<content:encoded><![CDATA[<div class="wpb-content-wrapper"><div class=""><div class="container"><div class="vc_row wpb_row vc_row-fluid vc_column-gap-30"><div class="wpb_column vc_column_container vc_col-sm-8"><div class="vc_column-inner"><div class="wpb_wrapper">
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			<div class="standard-markdown grid-cols-1 grid &#091;&amp;_&gt;_*&#093;:min-w-0 gap-3">
<p class="p1">Wer eine andere Person zur theoretischen Führerscheinprüfung entsendet, riskiert den sofortigen Entzug der Fahrerlaubnis – unabhängig von späterer Fahrpraxis. Das OVG Lüneburg stellte klar: Prüfungsbetrug lässt sich nicht nachträglich heilen.</p>
</div>

		</div>
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			<p class="PDq2pG_selectionAnchorContainer" data-start="377" data-end="521">Wer bei der Theorieprüfung täuscht, riskiert den sofortigen Entzug der Fahrerlaubnis. Erfahren Sie, welche Folgen Prüfungsbetrug haben kann.<span aria-hidden="true" class="PDq2pG_selectionAnchor"></span></p>
<article class="text-token-text-primary w-full focus:outline-none &#091;--shadow-height:45px&#093; has-data-writing-block:pointer-events-none has-data-writing-block:-mt-(--shadow-height) has-data-writing-block:pt-(--shadow-height) &#091;&amp;:has(&#091;data-writing-block&#093;)&gt;*&#093;:pointer-events-auto scroll-mt-&#091;calc(var(--header-height)+min(200px,max(70px,20svh)))&#093;" dir="auto" tabindex="-1" data-turn-id="request-WEB:d53aa0ba-5d39-4d45-88dd-295508c1326a-7" data-testid="conversation-turn-4" data-scroll-anchor="true" data-turn="assistant">
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		<div class="wpb_wrapper">
			<h2 class="p1">Täuschung bei der Theorieprüfung: Der Führerschein ist unverzüglich abzugeben</h2>
<p class="p2">Wenn die theoretische Führerscheinprüfung nicht selbst abgelegt, sondern durch eine andere Person ersetzt wird, besteht keine rechtmäßig erworbene Fahrerlaubnis – diese ist unverzüglich zurückzugeben. Das Oberverwaltungsgericht Lüneburg stellte in einem aktuellen Beschluss klar, dass weder jahrelange unfallfreie Fahrpraxis noch die Möglichkeit einer nachträglichen Prüfung den anfänglichen Betrug heilend ausgleichen.</p>
<p class="p3">Die Entscheidung hat weitreichende Folgen für das Fahrerlaubnisrecht: Sie macht deutlich, dass Prüfungsbetrug auch nach Jahren zur sofortigen Entziehung der Fahrerlaubnis führen kann.</p>
<h2 class="p1">Der Fall: Stellvertreterin besteht die theoretische Prüfung</h2>
<p class="p2">Nach mehreren Fehlversuchen ließ eine Führerscheinbewerberin eine andere Frau ihre theoretische Prüfung ablegen; der Schwindel blieb zunächst unbemerkt, die Fahrerlaubnis wurde erteilt, doch Jahre später – im Zuge eines Strafverfahrens – kam der Betrug ans Licht.</p>
<p class="p3">Die Fahrerlaubnisbehörde handelte sofort: Sie entzog die Fahrerlaubnis mit sofortiger Wirkung und verfügte die sofortige Vollziehung. Grundlage war <b>§ 2 Abs. 5 StVG</b> – fehlende Befähigung wegen nicht ordnungsgemäß abgelegter Prüfung.</p>
<h2 class="p1">Der Eilantrag der Betroffenen wird vor dem Verwaltungsgericht abgewiesen</h2>
<p class="p2">Die Fahrerin suchte einstweiligen Rechtsschutz und bemühte sich, die sofortige Vollziehung des Entzugs zu verhindern. Sie beanstandete, die Behörde habe die Anordnung der sofortigen Vollziehung unzureichend begründet und lediglich pauschal auf die Verkehrssicherheit verwiesen.</p>
<p class="p3">Das Verwaltungsgericht Hannover lehnte den Antrag ab. Nach Auffassung des Gerichts erfülle die Begründung der Behörde die formellen Anforderungen; die Fahrerlaubnisbehörde müsse bei einem schwerwiegenden Eignungsmangel keine umfassende Interessenabwägung vornehmen.</p>
<h2 class="p1">OVG Lüneburg bestätigt: Die sofortige Vollziehung war rechtmäßig</h2>
<p class="p2">Die gegen den Beschluss des Verwaltungsgerichts gerichtete Beschwerde blieb ohne Erfolg. Das OVG Lüneburg bestätigte ausdrücklich die Rechtmäßigkeit der angeordneten sofortigen Vollziehung.</p>
<p class="p3">Das Gericht erklärte, dass bei Vorliegen eines schwerwiegenden Entzugsgrundes der Fahrerlaubnis – wie hier bei dem nachgewiesenen Prüfungsbetrug – eine knappe und nachvollziehbare Begründung der Behörde ausreicht. Eine umfassende Abwägung aller Einzelinteressen ist in solchen Fällen nicht erforderlich. <b>Das öffentliche Interesse an der Verkehrssicherheit überwiegt stets.</b><b></b></p>
<h2 class="p1">Der formelle Befähigungsbegriff: Auf tatsächliches Können kommt es nicht an</h2>
<p class="p2">Die Betroffene behauptete, dass ihre jahrelange, unfallfreie Teilnahme am Straßenverkehr ihre praktische Befähigung belege. Das OVG erkannte dieses Vorbringen jedoch nicht an.</p>
<p class="p3">Im Fahrerlaubnisrecht gilt ein <b>formeller Befähigungsbegriff</b>: Entscheidend ist nicht, ob jemand tatsächlich Auto fahren kann, sondern ob der Nachweis der Befähigung rechtmäßig erbracht wurde. Wer die Theorieprüfung niemals selbst abgelegt hat, hat diesen Nachweis nicht erbracht – völlig unabhängig davon, wie viele Jahre und welche Kilometer seither zurückgelegt wurden.</p>
<h2 class="p1">Nachträgliche Prüfung kein geeignetes milderes Mittel</h2>
<p class="p2">Die Fahrerin beantragte, ihr stattdessen die Gelegenheit zu eröffnen, die Theorieprüfung nachträglich abzulegen, statt ihr die Fahrerlaubnis zu entziehen. Das OVG hielt dies für kein geeignetes, milderes Mittel und lehnte den Vorschlag ab.</p>
<p class="p3">Eine nachträgliche Prüfung heile den anfänglichen Eignungsmangel nicht rückwirkend. Außerdem sei zu beachten, dass die Betroffene nach <b>drei Fehlversuchen</b> bewusst eine Stellvertreterin eingesetzt habe, was als gezielter Manipulationsversuch erhebliche Zweifel an ihrer charakterlichen Eignung begründe.</p>
<h2 class="p1">Fazit: Wer bei der Führerscheinprüfung betrügt, muss dauerhaft mit den Konsequenzen leben</h2>
<p class="p2">Das OVG Lüneburg zieht mit diesem Beschluss eine eindeutige Grenze: <b>Eine durch Täuschung erlangte Fahrerlaubnis genießt keinen Schutz</b> – weder wegen Zeitablaufs noch aufgrund nachgewiesener Fahrpraxis.</p>
<p class="p3">Wer bei der Führerscheinprüfung täuscht, setzt sich nicht nur strafrechtlichen Folgen aus, sondern auch dem dauerhaften Entzug der Fahrerlaubnis. Sobald ein Betrug aufgedeckt wird, sind die Behörden befugt und verpflichtet, auch noch Jahre nach der Erteilung zu handeln.</p>
<h2 class="p1">Welche Auswirkungen hat das für Betroffene?</h2>
<p class="p2">Wer von einem Führerscheinentzug wegen Prüfungsbetrugs betroffen ist, sollte unverzüglich rechtlichen Beistand in Anspruch nehmen. Zwar sind die materiellen Erfolgsaussichten angesichts der eindeutigen Rechtsprechung begrenzt, doch bestehen verfahrensrechtlich relevante Prüfungsansätze:</p>
<ul class="ul1">
<li class="li4"><b>Ordnungsgemäße Begründung:</b> Ließ sich die Anordnung der sofortigen Vollziehung formal rechtlich einwandfrei nachvollziehen?</li>
<li class="li4"><b>Verhältnismäßigkeit:</b> Wurden sämtliche einzelfallbezogenen Umstände angemessen gewürdigt?</li>
<li class="li4"><b>Neuerteilung:</b> Unter welchen Voraussetzungen ist die Erteilung einer neuen Fahrerlaubnis möglich?</li>
<li class="li4"><b>Strafverfahren:</b> Mit welchen strafrechtlichen Folgen ist parallel zu rechnen?</li>
</ul>
<p class="p2">Eine frühzeitige Beratung durch einen Rechtsanwalt kann dabei helfen, die Lage realistisch einzuschätzen und die geeigneten Schritte zu planen.</p>

		</div>
	</div>
</div></div></div></div></div></div><div class="vc_custom_1758706449539"><div class="container"><div class="vc_row wpb_row vc_row-fluid"><div class="wpb_column vc_column_container vc_col-sm-12"><div class="vc_column-inner"><div class="wpb_wrapper"><section class="vc_cta3-container"><div class="vc_general vc_do_cta3 vc_cta3 white-text vc_cta3-style-custom vc_cta3-shape-rounded vc_cta3-align-left vc_cta3-icon-size-md vc_cta3-actions-bottom" style="background-color:#0F3A31;"><div class="vc_cta3_content-container"><div class="vc_cta3-content"><header class="vc_cta3-content-header"><h2 style="color:#FFFFFF;">Wurde Ihnen wegen eines Vorwurfs rund um die Führerscheinprüfung die Fahrerlaubnis entzogen?</h2></header><article class="text-token-text-primary w-full focus:outline-none &#091;--shadow-height:45px&#093; has-data-writing-block:pointer-events-none has-data-writing-block:-mt-(--shadow-height) has-data-writing-block:pt-(--shadow-height) &#091;&amp;:has(&#091;data-writing-block&#093;)&gt;*&#093;:pointer-events-auto &#091;content-visibility:auto&#093; supports-&#091;content-visibility:auto&#093;:&#091;contain-intrinsic-size:auto_100lvh&#093; scroll-mt-&#091;calc(var(--header-height)+min(200px,max(70px,20svh)))&#093;" dir="auto" tabindex="-1" data-turn-id="request-WEB:2a87cc2b-a351-48ec-b7d9-5129abf4244a-24" data-testid="conversation-turn-16" data-scroll-anchor="true" data-turn="assistant">
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</div></div><div  class="vc_do_toggle vc_toggle vc_toggle_classic vc_toggle_color_none  vc_toggle_size_left"><div class="vc_toggle_title"><h4>Kann eine langjährige, unfallfrei zurückgelegte Fahrpraxis den Entzug der Fahrerlaubnis verhindern?</h4><i class="vc_toggle_icon"></i></div><div class="vc_toggle_content"><p class="p1">Nein. Das OVG Lüneburg hat deutlich gemacht, dass im Fahrerlaubnisrecht der formelle Befähigungsbegriff maßgeblich ist. Maßgeblich ist nicht die faktische Fahrfertigkeit, sondern der rechtmäßig erbrachte Nachweis durch eine eigenhändig absolvierte Prüfung. Auch jahrelanges unfallfreies Fahren vermag daran nichts zu ändern.</p>
</div></div><div  class="vc_do_toggle vc_toggle vc_toggle_classic vc_toggle_color_none  vc_toggle_size_left"><div class="vc_toggle_title"><h4>Besteht die Möglichkeit, die Theorieprüfung nachträglich abzulegen, um den Führerscheinentzug zu verhindern?</h4><i class="vc_toggle_icon"></i></div><div class="vc_toggle_content"><p class="p1">Das OVG Lüneburg hat dies eindeutig abgelehnt. Eine nachträgliche Prüfung stellt kein geeignetes, milderes Mittel dar, da sie den ursprünglichen Eignungsmangel nicht rückwirkend behebt. Der Betrug bleibt damit dennoch bestehen. Nach dem Entzug ist eine Neuerteilung der Fahrerlaubnis grundsätzlich möglich, sofern alle Prüfungen erneut bestanden werden.</p>
</div></div><div  class="vc_do_toggle vc_toggle vc_toggle_classic vc_toggle_color_none  vc_toggle_size_left"><div class="vc_toggle_title"><h4>Auf welcher Rechtsgrundlage kann die Fahrerlaubnis bei Prüfungsbetrug entzogen werden?</h4><i class="vc_toggle_icon"></i></div><div class="vc_toggle_content"><p class="p1">Die Fahrerlaubnisbehörde begründet den Entzug mit <b>§ 2 Abs. 5 StVG</b> sowie den Bestimmungen der Fahrerlaubnis-Verordnung (FeV). Weil die erforderliche Befähigung nie ordnungsgemäß nachgewiesen worden ist, fehlt damit die Voraussetzung für eine rechtmäßige Erteilung – deshalb ist die Fahrerlaubnis zu entziehen.</p>
</div></div><div  class="vc_do_toggle vc_toggle vc_toggle_classic vc_toggle_color_none  vc_toggle_size_left"><div class="vc_toggle_title"><h4>Lässt sich gegen den sofortigen Entzug der Fahrerlaubnis rechtlich vorgehen?</h4><i class="vc_toggle_icon"></i></div><div class="vc_toggle_content"><p class="p1">Ja, ein Widerspruch sowie die Beantragung einstweiligen Rechtsschutzes sind möglich. Die Erfolgsaussichten sind jedoch gering, weil die Gerichte bei nachgewiesenem Prüfungsbetrug in der Regel das öffentliche Interesse an der Verkehrssicherheit höher gewichten. Eine Prüfung des Einzelfalls durch einen Rechtsanwalt ist dennoch empfehlenswert.</p>
</div></div><div  class="vc_do_toggle vc_toggle vc_toggle_classic vc_toggle_color_none  vc_toggle_size_left"><div class="vc_toggle_title"><h4>Besteht neben dem Entzug der Fahrerlaubnis auch das Risiko strafrechtlicher Verfolgung?</h4><i class="vc_toggle_icon"></i></div><div class="vc_toggle_content"><p class="p1">Ja. Prüfungsbetrug bei der Führerscheinprüfung kann strafrechtlich als <b>Betrug (§ 263 StGB)</b> oder als <b>mittelbare Falschbeurkundung (§ 271 StGB)</b> verfolgt werden. In vielen Fällen wird der Prüfungsbetrug – wie im entschiedenen Fall – erst im Rahmen eines Strafverfahrens aufgedeckt und zieht dann gleichzeitig verwaltungsrechtliche Konsequenzen nach sich.</p>
</div></div><div  class="vc_do_toggle vc_toggle vc_toggle_classic vc_toggle_color_none  vc_toggle_size_left"><div class="vc_toggle_title"><h4>Welche Folgen hat es, wenn nicht die Fahrerin selbst, sondern eine andere Person den Betrug veranlasst hat?</h4><i class="vc_toggle_icon"></i></div><div class="vc_toggle_content"><p class="p1">Das ändert nichts an der verwaltungsrechtlichen Konsequenz. Die Fahrerlaubnis war für eine bestimmte Person erteilt worden, die die Prüfung selbst hätte ablegen müssen. Wer die Prüfung nicht eigenständig abgelegt hat, gilt als nicht befähigt – unabhängig davon, wer den Betrug veranlasst hat. Strafrechtlich kann die Rolle der Täter jedoch unterschiedlich bewertet werden.</p>
</div></div><div  class="vc_do_toggle vc_toggle vc_toggle_classic vc_toggle_color_none  vc_toggle_size_left"><div class="vc_toggle_title"><h4>Besteht nach einem Entzug wegen Prüfungsbetrugs die Möglichkeit, eine neue Fahrerlaubnis zu erhalten?</h4><i class="vc_toggle_icon"></i></div><div class="vc_toggle_content"><p class="p1">Grundsätzlich ja. Nach dem Entzug muss die Betroffene sowohl die Theorie- als auch die Praxisprüfung ordnungsgemäß erneut ablegen. In bestimmten Fällen kann die Behörde zusätzlich eine medizinisch-psychologische Untersuchung (MPU) anordnen, insbesondere wenn der Betrug auf charakterliche Eignungsmängel hindeutet. Ein Rechtsanwalt kann dabei unterstützen, die Voraussetzungen für eine Neuerteilung zu prüfen.</p>
</div></div><div  class="vc_do_toggle vc_toggle vc_toggle_classic vc_toggle_color_none  vc_toggle_size_left"><div class="vc_toggle_title"><h4>Ist die Entscheidung des OVG Lüneburg auch in anderen Bundesländern verbindlich?</h4><i class="vc_toggle_icon"></i></div><div class="vc_toggle_content"><p class="p1">Das OVG Lüneburg ist für Niedersachsen zuständig. Die Entscheidung ist formal lediglich in diesem Bundesland verbindlich. Da das Fahrerlaubnisrecht jedoch bundeseinheitlich geregelt ist (StVG, FeV) und der zugrunde liegende formelle Befähigungsbegriff überall Anwendung findet, ist anzunehmen, dass andere Verwaltungsgerichte ähnlich entscheiden werden.</p>
</div></div><div  class="vc_do_toggle vc_toggle vc_toggle_classic vc_toggle_color_none  vc_toggle_size_left"><div class="vc_toggle_title"><h4>Wie sollte man vorgehen, wenn einem wegen Prüfungsbetrugs die Fahrerlaubnis entzogen wird?</h4><i class="vc_toggle_icon"></i></div><div class="vc_toggle_content"><p class="p1">Betroffene sollten sofort einen auf Verkehrsrecht spezialisierten Rechtsanwalt konsultieren. Zwar sind die materiellen Erfolgsaussichten eingeschränkt, doch können verfahrensrechtliche Fehler der Behörde überprüft, Fristen gewahrt und die Voraussetzungen für eine mögliche Neuerteilung der Fahrerlaubnis frühzeitig geklärt werden. Parallel dazu sollte strafrechtliche Beratung hinzugezogen werden.</p>
</div></div></div></div></div></div></div></div>
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		<title>Verkehrsunfall im Ausland: Wann gilt deutsches Recht?</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Sebastian Schröder]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 24 Jun 2026 05:00:09 +0000</pubDate>
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<p class="p1">Das Landgericht Köln hat entschieden: Bei Verkehrsunfällen im EU-Ausland findet das Recht des Unfallortes Anwendung. Für Schadensersatzfragen bleibt hingegen deutsches Recht entscheidend. Ein bedeutsames Urteil für alle, die im Urlaub oder auf Dienstreise mit dem Auto unterwegs sind.</p>
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			<p class="p1">Das LG Köln entschied: Bei Unfällen im EU-Ausland gilt das Recht des Unfallortes. Für Schadensersatz bleibt deutsches Recht maßgeblich.</p>
<article class="text-token-text-primary w-full focus:outline-none &#091;--shadow-height:45px&#093; has-data-writing-block:pointer-events-none has-data-writing-block:-mt-(--shadow-height) has-data-writing-block:pt-(--shadow-height) &#091;&amp;:has(&#091;data-writing-block&#093;)&gt;*&#093;:pointer-events-auto scroll-mt-&#091;calc(var(--header-height)+min(200px,max(70px,20svh)))&#093;" dir="auto" tabindex="-1" data-turn-id="request-WEB:d53aa0ba-5d39-4d45-88dd-295508c1326a-7" data-testid="conversation-turn-4" data-scroll-anchor="true" data-turn="assistant">
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			<h2 class="font-claude-response-body break-words whitespace-normal">Verkehrsunfall im Ausland: Wann kommt deutsches Recht zur Anwendung?</h2>
<p class="font-claude-response-body break-words whitespace-normal">Ein Verkehrsunfall im Ausland wirft häufig Fragen auf: Welches Recht findet Anwendung, wenn zwei deutsche Verkehrsteilnehmer in einem anderen EU-Staat kollidieren? Das Landgericht Köln hat hierzu nun eine klare Entscheidung getroffen.</p>
<h2 class="font-claude-response-body break-words whitespace-normal">Der Sachverhalt: Zusammenstoß zweier deutscher Autofahrer in Österreich</h2>
<p class="font-claude-response-body break-words whitespace-normal">Im Sommer 2023 ereignete sich auf der B179 in Tirol eine Kollision zwischen zwei deutschen Kraftfahrern. Der Kläger befand sich im Überholvorgang mehrerer Fahrzeuge, als die Gegenfahrerin zum Linksabbiegen ansetzte. Die Fahrzeuge stießen zusammen, mit beträchtlichen Sachschäden als Folge. Anschließend forderte der überholende Fahrer von der Versicherung seiner Unfallgegnerin Schadensersatz.</p>
<p class="font-claude-response-body break-words whitespace-normal">Bevor ein Gericht die Schuldfrage klären kann, muss zunächst bestimmt werden, welches Recht bei einem Verkehrsunfall im europäischen Ausland gilt: das deutsche oder jenes des Unfallortes.</p>
<h2 class="font-claude-response-body break-words whitespace-normal">Entscheidung des LG Köln: Welche Rechtsordnung findet Anwendung?</h2>
<p class="font-claude-response-body break-words whitespace-normal">Das Landgericht Köln (Az.: 36 O 325/23, Urteil vom 26.06.2025, noch nicht rechtskräftig) entschied eindeutig: Es findet das Recht jenes Staates Anwendung, auf dessen Territorium sich der Unfall ereignete. Rechtsgrundlage ist Art. 4 Abs. 1 der Rom-II-Verordnung, die bei Schadensereignissen im EU-Raum das anwendbare Recht bestimmt.</p>
<p class="font-claude-response-body break-words whitespace-normal">Konkret bedeutet das: Die Haftungsfrage und die Beurteilung des Verkehrsverhaltens richteten sich nach dem österreichischen Straßenverkehrsrecht, weil sich der Unfall in Österreich ereignete. Bei der Ermittlung der Schadensersatzhöhe kam dagegen deutsches Recht zur Anwendung, da beide Unfallbeteiligten ihren Wohnsitz in Deutschland haben (Art. 4 Abs. 2 Rom-II-VO). Die konkreten Verkehrsregeln am Unfallort sind dabei gemäß Art. 17 Rom-II-VO zu berücksichtigen.</p>
<h2 class="font-claude-response-body break-words whitespace-normal">Anwendung zweier Rechtssysteme gleichzeitig</h2>
<p class="font-claude-response-body break-words whitespace-normal">In dieser Konstellation verknüpfte das Gericht zwei unterschiedliche Rechtsordnungen:</p>
<p class="font-claude-response-body break-words whitespace-normal">Die Beurteilung des Verkehrsverhaltens orientierte sich am österreichischen Straßenverkehrsrecht (ÖStVO). Die Bestimmung von Schadensersatz und dessen Höhe erfolgte hingegen nach deutschem Recht.</p>
<p class="font-claude-response-body break-words whitespace-normal">Für Geschädigte in grenzüberschreitenden Unfallsituationen empfiehlt sich daher die Beratung durch einen Rechtsanwalt mit Kenntnissen im europäischen Verkehrsrecht. Nur so lässt sich die rechtliche Verflechtung beider Systeme sachgerecht einordnen.</p>
<h2 class="font-claude-response-body break-words whitespace-normal">Pflichtverletzung des überholenden Fahrers</h2>
<p class="font-claude-response-body break-words whitespace-normal">Nach ausführlicher Beweiserhebung gelangte das LG Köln zu der Überzeugung, dass der Kläger das Blinkersignal der abbiegenden Fahrerin wahrgenommen haben musste. Diese hatte ihre Geschwindigkeit reduziert und war zur Straßenmitte gefahren. Für den Kläger hätte erkennbar sein müssen, dass ein Linksabbiegevorgang unmittelbar bevorstand.</p>
<p class="font-claude-response-body break-words whitespace-normal">Gemäß § 15 Abs. 2 lit. a ÖStVO war ihm das Überholen auf der linken Seite in dieser Verkehrslage untersagt. Das Gericht wertete dies als klaren Verstoß gegen das Überholverbot, vergleichbar mit § 5 Abs. 7 Satz 1 StVO im deutschen Recht.</p>
<h2 class="font-claude-response-body break-words whitespace-normal">Keine Mitschuld der abbiegenden Fahrerin</h2>
<p class="font-claude-response-body break-words whitespace-normal">Aufschlussreich ist der Unterschied zwischen deutscher und österreichischer Straßenverkehrsordnung. Das deutsche Recht verlangt beim Linksabbiegen eine doppelte Rückschau (§ 9 Abs. 1 Satz 4 StVO), einmal beim Einordnen und erneut unmittelbar vor dem Abbiegen. Nach österreichischem Recht genügt dagegen ein einzelner Schulterblick vor dem Einordnen (§ 12 Abs. 1 ÖStVO).</p>
<p class="font-claude-response-body break-words whitespace-normal">Die Unfallgegnerin hatte sämtliche Vorgaben eingehalten: Sie blinkte rechtzeitig, drosselte ihre Geschwindigkeit und reihte sich vorschriftsmäßig ein. Zu einem zweiten Schulterblick war sie nach österreichischem Recht nicht verpflichtet.</p>
<h2 class="font-claude-response-body break-words whitespace-normal">Alleinverschulden des Klägers</h2>
<p class="font-claude-response-body break-words whitespace-normal">Das Landgericht Köln stellte fest, dass der überholende Fahrer die alleinige Verantwortung für den Unfall trägt. Es wäre seine Pflicht gewesen, den erkennbaren Abbiegevorgang zu beachten und vom Überholen abzusehen. Indem er dies versäumte, verstieß er gegen grundlegende Sorgfaltspflichten im Straßenverkehr.</p>
<p class="font-claude-response-body break-words whitespace-normal">Das Gericht wies die Klage vollumfänglich zurück. Der Kläger erhielt keinen Schadensersatz von der Versicherung der Unfallgegnerin.</p>
<h2 class="font-claude-response-body break-words whitespace-normal">Was bedeutet das für Autofahrer innerhalb der EU?</h2>
<p class="font-claude-response-body break-words whitespace-normal">Die Entscheidung des LG Köln zeigt: Unterschiede zwischen nationalen Verkehrsvorschriften können die Haftungsfrage erheblich beeinflussen. Wer im EU-Ausland ein Fahrzeug führt, sollte sich nicht allein auf die Kenntnis des deutschen Verkehrsrechts verlassen. Bereits kleine Abweichungen, wie die unterschiedlichen Pflichten beim Linksabbiegen, können im Streitfall über Schuld oder Haftung entscheiden.</p>

		</div>
	</div>
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		<title>Psychische Erkrankung und Strafbarkeit – Wann gilt man als schuldunfähig?</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Lennard Such]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 10 Jun 2026 09:51:52 +0000</pubDate>
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<p class="p1">Kann jemand strafrechtlich belangt werden, wenn eine psychische Krankheit Auslöser der Tat war? Gerade bei psychischen Erkrankungen wie Borderline oder Schizophrenie stellt sich die Frage, ob Betroffene das Unrecht ihrer Tat erkennen und ihr Verhalten steuern konnten. Insbesondere in der Strafverteidigung spielt die Beurteilung der Schuldfähigkeit eine zentrale Rolle.</p>
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			<p class="p1">Wann führt eine psychische Erkrankung wie Schizophrenie oder Borderline zur Schuldunfähigkeit nach § 20 StGB? So bewerten Gerichte die Schuldfähigkeit.</p>
<article class="text-token-text-primary w-full focus:outline-none &#091;--shadow-height:45px&#093; has-data-writing-block:pointer-events-none has-data-writing-block:-mt-(--shadow-height) has-data-writing-block:pt-(--shadow-height) &#091;&amp;:has(&#091;data-writing-block&#093;)&gt;*&#093;:pointer-events-auto scroll-mt-&#091;calc(var(--header-height)+min(200px,max(70px,20svh)))&#093;" dir="auto" tabindex="-1" data-turn-id="request-WEB:d53aa0ba-5d39-4d45-88dd-295508c1326a-7" data-testid="conversation-turn-4" data-scroll-anchor="true" data-turn="assistant">
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			<h2 class="font-claude-response-body break-words whitespace-normal">Bedeutung psychischer Erkrankungen im Strafrecht</h2>
<p class="font-claude-response-body break-words whitespace-normal">Psychische Störungen können die Wahrnehmung, das Denken und die Steuerung des eigenen Handelns erheblich beeinträchtigen. Das Strafrecht trägt dem Rechnung: Nach § 20 StGB handelt ohne Schuld, wer bei Begehung der Tat wegen einer krankhaften seelischen Störung, einer tiefgreifenden Bewusstseinsstörung, einer Intelligenzminderung oder einer schweren anderen seelischen Störung nicht in der Lage war, das Unrecht seiner Handlung einzusehen oder nach dieser Einsicht zu handeln. Je nach Ausprägung der Erkrankung kann eine Straflosigkeit oder zumindest eine Strafmilderung (§ 21 StGB) in Betracht kommen, insbesondere bei Störungsbildern wie Schizophrenie, schweren Depressionen oder einer Borderline-Persönlichkeitsstörung.</p>
<h2 class="font-claude-response-body break-words whitespace-normal">Wann eine psychische Störung zur Straflosigkeit führen kann</h2>
<p class="font-claude-response-body break-words whitespace-normal">Ob eine psychische Erkrankung strafbefreiend wirkt, hängt davon ab, wie stark sie die Einsichts- oder Steuerungsfähigkeit des Täters im Tatzeitpunkt beeinträchtigt hat. Zu den relevanten Störungsbildern gehören insbesondere:</p>
<ul class="&#091;li_&amp;&#093;:mb-0 &#091;li_&amp;&#093;:mt-1 &#091;li_&amp;&#093;:gap-1 &#091;&amp;:not(:last-child)_ul&#093;:pb-1 &#091;&amp;:not(:last-child)_ol&#093;:pb-1 list-disc flex flex-col gap-1 pl-8 mb-3">
<li class="font-claude-response-body whitespace-normal break-words pl-2">Krankhafte psychische Störungen wie organisch bedingte Psychosen, Demenz oder hirnorganische Schäden,</li>
<li class="font-claude-response-body whitespace-normal break-words pl-2">endogene Psychosen, etwa Schizophrenie oder bipolare Störungen,</li>
<li class="font-claude-response-body whitespace-normal break-words pl-2">tiefgreifende Bewusstseinsstörungen, z. B. infolge extremer Erschöpfung oder Schlaftrunkenheit,</li>
<li class="font-claude-response-body whitespace-normal break-words pl-2">Intelligenzminderung,</li>
<li class="font-claude-response-body whitespace-normal break-words pl-2">schwere andere seelische Störungen, z. B. Borderline-Störungen, Zwangserkrankungen oder ausgeprägte Persönlichkeitsstörungen.</li>
</ul>
<p class="font-claude-response-body break-words whitespace-normal">Diese Diagnosen können je nach Schweregrad dazu führen, dass der Täter schuldunfähig oder vermindert schuldfähig ist.</p>
<h2 class="font-claude-response-body break-words whitespace-normal">Schuldunfähigkeit nach § 20 StGB</h2>
<p class="font-claude-response-body break-words whitespace-normal">Eine Schuldunfähigkeit liegt vor, wenn der Beschuldigte aufgrund einer psychischen Erkrankung das Unrecht seiner Tat nicht erkennen oder nicht nach dieser Einsicht handeln konnte. Die Einsichtsfähigkeit beschreibt die Fähigkeit, das Unrecht der Tat zu verstehen; die Steuerungsfähigkeit die Fähigkeit, die eigenen Handlungen entsprechend zu kontrollieren. Fehlt eine dieser Fähigkeiten vollständig, entfällt die Schuldfähigkeit. Eine Bestrafung ist dann ausgeschlossen. Allerdings können Maßregeln wie die Unterbringung in einem psychiatrischen Krankenhaus (§ 63 StGB) angeordnet werden, um die Allgemeinheit zu schützen und die Behandlung des Täters zu ermöglichen. Dies betrifft häufig Erkrankungen wie Schizophrenie oder schwere Formen der Borderline-Störung, bei denen Realitätsbezug oder Impulskontrolle erheblich gestört sind.</p>
<h2 class="font-claude-response-body break-words whitespace-normal">Verminderte Schuldfähigkeit nach § 21 StGB</h2>
<p class="font-claude-response-body break-words whitespace-normal">Wenn eine psychische Störung die Einsichts- oder Steuerungsfähigkeit nicht vollständig, aber erheblich beeinträchtigt, spricht man von verminderter Schuldfähigkeit. Das Gericht kann den Strafrahmen in solchen Fällen absenken. Gerade bei Borderline-Persönlichkeitsstörungen oder anderen emotional-instabilen Krankheitsbildern ist oft nicht die Einsicht, sondern die Fähigkeit zur Selbstkontrolle beeinträchtigt. Auch bei Schizophrenie-Erkrankten kann der Realitätsverlust zeitweise zu einer erheblich eingeschränkten Steuerungsfähigkeit führen, was eine Strafmilderung rechtfertigen kann.</p>
<h2 class="font-claude-response-body break-words whitespace-normal">Feststellung der Schuldfähigkeit im Strafverfahren</h2>
<p class="font-claude-response-body break-words whitespace-normal">Ob eine Schuldunfähigkeit oder verminderte Schuldfähigkeit tatsächlich vorliegt, wird im Strafverfahren durch das Gericht geprüft. Hierbei spielt das psychiatrische Sachverständigengutachten eine entscheidende Rolle. Der Gutachter beurteilt, wie sich die Erkrankung, etwa Borderline, Schizophrenie oder eine andere psychische Störung, konkret auf die Tat ausgewirkt hat. Das Gericht trifft anschließend die rechtliche Bewertung und entscheidet, ob eine Schuldfähigkeit ausgeschlossen oder gemindert war. Ein erfahrener Anwalt für Strafrecht kann durch gezielte Beweisanträge die Einholung eines Gutachtens veranlassen und sicherstellen, dass psychische Besonderheiten umfassend berücksichtigt werden.</p>
<h2 class="font-claude-response-body break-words whitespace-normal">Maßgeblicher Zeitpunkt und Zweifel zugunsten des Beschuldigten</h2>
<p class="font-claude-response-body break-words whitespace-normal">Entscheidend ist stets der Zeitpunkt der Tatbegehung. Die psychische Erkrankung muss in diesem Moment bestanden haben und ursächlich für die fehlende Einsichts- oder Steuerungsfähigkeit gewesen sein. Bestehen nach der Beweisaufnahme Zweifel, gilt der Grundsatz in dubio pro reo, im Zweifel für den Angeklagten. In solchen Fällen ist zugunsten des Beschuldigten von Schuldunfähigkeit oder verminderter Schuldfähigkeit auszugehen.</p>
<h2 class="font-claude-response-body break-words whitespace-normal">Folgen bei Schuldunfähigkeit oder verminderter Schuldfähigkeit</h2>
<p class="font-claude-response-body break-words whitespace-normal">Wer schuldunfähig handelt, wird nicht bestraft, kann aber durch Maßregeln der Besserung und Sicherung betroffen sein, etwa durch die Unterbringung in einer psychiatrischen Einrichtung. Bei verminderter Schuldfähigkeit bleibt die Strafbarkeit bestehen, doch das Strafmaß kann erheblich reduziert werden. Für die Strafverteidigung ist es daher entscheidend, psychische Erkrankungen wie Borderline oder Schizophrenie frühzeitig zu erkennen, fachärztlich nachzuweisen und im Verfahren gezielt zur Sprache zu bringen.</p>

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<p class="p1">Sie sind wegen einer Straftat angeklagt und leiden an einer psychischen Erkrankung wie Schizophrenie oder Borderline? Kontaktieren Sie jetzt unsere Kanzlei für Strafrecht. Wir analysieren Ihren Fall sorgfältig, holen psychiatrische Gutachten ein und setzen uns mit Erfahrung und Empathie für Ihre Rechte ein.</p>
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</div>Der Beitrag <a href="https://guski-such.de/psychische-erkrankung-schuldunfaehigkeit/">Psychische Erkrankung und Strafbarkeit – Wann gilt man als schuldunfähig?</a> erschien zuerst auf <a href="https://guski-such.de">Guski ∙ Such - Rechtsanwälte Karlsruhe</a>.]]></content:encoded>
					
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		<title>Digitaler Nachlass: Was mit dem Account passiert</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Nicolas Woltmann]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 27 May 2026 07:30:00 +0000</pubDate>
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<p class="p1">Fast jeder hinterlässt Spuren im Netz – E-Mail-Konten, Social-Media-Profile, Daten in der Cloud. Doch was passiert damit nach dem Tod? Der digitale Nachlass geht im Wege der Gesamtrechtsnachfolge auf die Erben über, samt Zugangsrechten und laufenden Verträgen. Wir zeigen, was dazugehört und wie Sie Ihr digitales Erbe frühzeitig und rechtssicher regeln.</p>
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			<p class="p1">Das digitale Erbe geht auf die Erben über – einschließlich Zugriffsrechten und bestehenden Verträgen. Was darunter fällt und wie Sie es rechtzeitig organisieren.</p>
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			<h2 class="p1">Digitaler Nachlass &#8211; was mit den Online-Konten Verstorbener passiert</h2>
<p class="p2">Das digitale Erbe betrifft jeden von uns – heute oder morgen. Nahezu jede Person hinterlässt digitale Fußabdrücke im Netz, die über den Tod hinaus erhalten bleiben. Ob Social-Media-Profile wie bei Facebook, E-Mail-Konten, in der Cloud gespeicherte Fotos oder Abonnements. Trotz der allgegenwärtigen digitalen Präsenz hat sich kaum jemand um die Regelung seines digitalen Nachlasses gekümmert. Häufig ist Angehörigen die Online-Präsenz des Verstorbenen unbekannt, oder Erben wissen nicht, wie sie mit den vorhandenen Accounts verfahren sollen.</p>
<p class="p3">Nachfolgend informieren wir Sie darüber: welche Bestandteile zum digitalen Nachlass zählen, was im Todesfall damit geschieht und welche Möglichkeiten Sie als Kontoinhaber im Vorfeld oder als Erbe nach dem Erbfall haben.</p>
<h2 class="p1">Digitaler Nachlass</h2>
<p class="p2">Der digitale Nachlass (auch digitales Erbe genannt) umfasst sämtliche Rechtspositionen des Verstorbenen mit digitalem Bezug. Dazu gehören beispielsweise:</p>
<ul class="ul1">
<li class="li4">Verträge mit Providern, beispielsweise für E-Mail-Accounts, Domains oder Streaming-Dienste</li>
<li class="li4">Konten in sozialen Netzwerken, einschließlich sämtlicher Nutzungsdaten wie Chatverläufe</li>
<li class="li4">Konten bei Online-Banking-Anbietern, Versandhandelsplattformen oder Datenbanken</li>
<li class="li4">Offline gespeicherte Daten auf lokalen Speichermedien wie USB-Sticks, Festplatten oder Smartphones</li>
<li class="li4">Online gespeicherte digitale Sammlungen von Musik, Filmen, Fotos oder sonstigen Daten</li>
</ul>
<p class="p3">Der digitale Nachlass umfasst mehr, als Sie vermuten würden. Ein Rechtsanwalt hilft Ihnen dabei, alle Aspekte zu erfassen.</p>
<h2 class="p1">Der digitale Nachlass im Todesfall</h2>
<p class="p2">Als digitaler Nachlass (auch digitales Erbe genannt) werden sämtliche Rechtspositionen des Verstorbenen bezeichnet, die einen digitalen Bezug aufweisen. Hierzu gehören beispielsweise:</p>
<ul class="ul1">
<li class="li4">Vertragsverhältnisse mit Providern, beispielsweise für E-Mail-Konten, Domains oder Streaming-Angebote</li>
<li class="li4">Profile in sozialen Netzwerken samt sämtlicher Nutzungsdaten wie Chat-Verläufen</li>
<li class="li4">Zugänge bei Online-Banking-Diensten, Versandhändlern oder Datenbanken</li>
<li class="li4">Offline gesicherte Daten auf lokalen Speichermedien wie USB-Sticks, Festplatten oder Mobiltelefonen</li>
<li class="li4">In der Cloud gespeicherte Sammlungen von Musik, Filmen, Fotografien oder anderen Daten</li>
</ul>
<p class="p2">Im Erbfall geht der komplette digitale Nachlass auf die Erben über. Das Erbrecht folgt dem Grundsatz der Universalsukzession (§ 1922 BGB): Die Erben rücken umfassend in die Rechtsposition des Verstorbenen ein – dies schließt auch die digitale Sphäre mit ein. Als Erbe erwerben Sie somit die Nutzungsbefugnisse an Daten und Konten und rücken gleichzeitig in die vertraglichen Beziehungen des Erblassers mit den (Internet-)Dienstleistern ein. An den Daten selbst existiert kein „Eigentum&#8221; im sachenrechtlichen Verständnis; entscheidend ist die ererbte Rechtsposition am jeweiligen Konto.</p>
<p class="p2">Die Konsequenz: Daten bleiben erhalten, Verträge bestehen fort. Die Erben müssen eventuelle Zahlungsverpflichtungen aus diesen Verträgen erfüllen, haben gleichzeitig aber ein Zugangs- und Nutzungsrecht an den Daten und Konten. Dass dies auch für ausgesprochen persönliche Inhalte wie Social-Media-Konten zutrifft, hat der Bundesgerichtshof in einer wegweisenden Entscheidung bekräftigt (BGH, Urteil vom 12.07.2018 – III ZR 183/17): Das Nutzerkonto geht durch Gesamtrechtsnachfolge auf die Erben über, wobei weder das postmortale Persönlichkeitsrecht noch die DSGVO diesem Zugang entgegenstehen. In einer nachfolgenden Entscheidung präzisierte der BGH, dass „Zugang&#8221; tatsächlichen Kontozugang meint – die schlichte Übergabe einer PDF-Datei reicht nicht aus (BGH, Beschluss vom 27.08.2020 – III ZB 30/20).</p>
<p class="p2">Bei offline abgelegten Daten erwirbt der Erbe das Eigentum am Speichermedium. Wurde ein USB-Stick jedoch mit einem Passwort geschützt, besteht gegenüber Dritten kein Anspruch darauf, diese Verschlüsselung aufzuheben.</p>
<p class="p2">Teilweise legen die Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB) der Dienstleister fest, wie nach dem Ableben des Nutzers mit dem Konto umzugehen ist. In solchen Fällen muss individuell geprüft werden, ob derartige Klauseln rechtswirksam sind – generelle Ausschlüsse der Vererbbarkeit halten einer rechtlichen Überprüfung oftmals nicht stand.</p>
<p class="p3">Häufig haben die Angehörigen keine Kenntnis von den Daten und Konten. Möchten Sie als Nutzer Ihren digitalen Nachlass ordnen? Möchten Sie als Angehöriger Zugang zum digitalen Erbe erhalten?</p>
<h2 class="p1">Regelung des digitalen Nachlasses</h2>
<p class="p2">Lassen Sie Ihren digitalen Nachlass nicht ungeregelt. Wer sein „herkömmliches&#8221; Erbe ordnet, sollte ebenso an seine digitalen Daten und Accounts denken – gleichzeitig haben Erben die Möglichkeit, das digitale Erbe strukturiert zu verwalten. Für das digitale Erbe gelten die Vorschriften des Erbrechts nach dem Bürgerlichen Gesetzbuch (BGB).</p>
<h3 class="p2">Möglichkeiten für Sie als Kontoinhaber:<b></b></h3>
<ul class="ul1">
<li class="li4">Beginnen Sie rechtzeitig mit der Planung, um alle Aspekte sorgfältig durchdenken zu können.</li>
<li class="li4">Führen Sie eine vollständige Liste Ihres digitalen Nachlasses: sämtliche Accounts und Dateien sowie deren Zugriffswege.</li>
<li class="li4">Bestimmen Sie, wie nach Ihrem Ableben mit den jeweiligen Accounts und Daten verfahren werden soll.</li>
<li class="li4">Verwahren Sie Zugangsinformationen <b>separat</b> von Ihrem Testament (beispielsweise in einem Passwort-Manager). Weil Testamente offiziell eröffnet werden, haben Passwörter darin nichts zu suchen – vermerken Sie im Testament nur, wo diese zu finden sind.</li>
<li class="li4">Bevollmächtigen Sie gegebenenfalls eine vertrauenswürdige Person mit einer über den Tod hinauswirkenden (transmortalen) Vollmacht für die Nachlassverwaltung, ohne sie dabei als Erben zu bestimmen.</li>
</ul>
<h3 class="p2">Möglichkeiten für Sie als Erbe:<b></b></h3>
<ul class="ul1">
<li class="li4">Sie sind berechtigt, über sämtliche Daten und Accounts zu verfügen, sie mithin weiterzuverwenden, zu modifizieren oder zu entfernen.</li>
<li class="li4">Nehmen Sie hierzu Kontakt mit den jeweiligen Providern und Plattformbetreibern auf. Verweigern diese unter Berufung auf ihre AGB den Zugang, haben Sie die Möglichkeit, Ihre Zugangs- und Nutzungsberechtigung vor Gericht geltend zu machen – die Rechtsprechung des BGH unterstützt eindeutig die Position der Erben.</li>
</ul>
<p class="p3">Wie bei jedem Nachlass gilt auch hier: Vorsorge ist besser als Nachsorge. Als Nutzer können Sie selbst entscheiden, und als Erbe ersparen Sie sich damit erheblichen Aufwand und Belastungen. Ein Rechtsanwalt berät Sie dabei, wie Sie Ihr Erbe optimal gestalten können. Auch bei Auseinandersetzungen sowie bei der Erstellung von Vollmachten, Testamenten und Verträgen zum digitalen Nachlass steht Ihnen ein Rechtsanwalt zur Seite.</p>

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<p class="p1">Sie sind unsicher, was mit Ihren Accounts, Daten und Online-Verträgen einmal geschehen soll – oder als Erbe, wie Sie mit dem digitalen Nachlass eines Verstorbenen umgehen dürfen?</p>
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		<title>Arbeitszeitbetrug im Betriebsrat: Fristlose Kündigung trotz Sonderkündigungsschutz</title>
		<link>https://guski-such.de/arbeitszeitbetrug-betriebsrat-fristlose-kuendigung/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Oliver Guski]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 13 May 2026 08:11:41 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Blogs]]></category>
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<p class="p2">Der Sonderkündigungsschutz von Betriebsratsmitgliedern ist hoch – grenzenlos ist er aber nicht. Wer als freigestelltes Betriebsratsmitglied eine vom Arbeitgeber finanzierte Fortbildung schwänzt und im Arbeitszeitnachweis Stunden einträgt, in denen er privat unterwegs war, riskiert auch unter dem Schutz der §§ 15 KSchG, 103 BetrVG seinen Arbeitsplatz. Dieser Beitrag erläutert die maßgebliche Entscheidung des LAG Niedersachsen, ordnet sie in die ständige Rechtsprechung ein und zeigt, welche Pflichten freigestellte Betriebsräte bei der Zeiterfassung treffen.</p>
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			<p class="p1">Wie das LAG Niedersachsen die Grenzen der Freistellung und der mobilen Betriebsratsarbeit absteckt.</p>
<article class="text-token-text-primary w-full focus:outline-none &#091;--shadow-height:45px&#093; has-data-writing-block:pointer-events-none has-data-writing-block:-mt-(--shadow-height) has-data-writing-block:pt-(--shadow-height) &#091;&amp;:has(&#091;data-writing-block&#093;)&gt;*&#093;:pointer-events-auto scroll-mt-&#091;calc(var(--header-height)+min(200px,max(70px,20svh)))&#093;" dir="auto" tabindex="-1" data-turn-id="request-WEB:d53aa0ba-5d39-4d45-88dd-295508c1326a-7" data-testid="conversation-turn-4" data-scroll-anchor="true" data-turn="assistant">
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			<h2 class="p1">Der Fall Amazon Winsen: Betriebsratsvorsitzender verlässt Fortbildung eigenmächtig</h2>
<p class="p2">Dem Beschluss des <em>LAG Niedersachsen vom 28.02.2024 (Az. 13 TaBV 40/23)</em> liegt folgender Sachverhalt zugrunde: Im Logistikzentrum eines bekannten Online-Versandhändlers in Winsen/Luhe ist ein 17-köpfiger Betriebsrat tätig. Der Vorsitzende war seit dem 30.05.2022 nach § 38 BetrVG vollständig von der Arbeitsleistung freigestellt. Im November 2022 meldete er sich gemeinsam mit drei weiteren Gremiumsmitgliedern auf Kosten des Arbeitgebers zum dreitägigen Deutschen Betriebsrätetag in Bonn an.</p>
<p class="p2">Wie sich später herausstellte, nahm der Vorsitzende lediglich am ersten Kongresstag teil. Die übrige Zeit verbrachte er nach eigenen Angaben in einem Café in einer Einkaufspassage; übernachtet hatte er bei seiner geschiedenen Ehefrau. In seinem Arbeitszeitnachweis gab er dennoch unter anderem für den 09.11.2022 jeweils Betriebsratsarbeit von 13:00 bis 16:00 Uhr und von 19:00 bis 22:00 Uhr an. Der Arbeitgeber wertete dies als Arbeitszeitbetrug und beantragte beim Betriebsrat die Zustimmung zur außerordentlichen fristlosen Kündigung.</p>
<p class="p2">Nachdem der Betriebsrat die Zustimmung verweigerte, leitete der Arbeitgeber ein Zustimmungsersetzungsverfahren beim Arbeitsgericht Lüneburg ein, das dem Antrag mit Beschluss vom 05.04.2023 (Az. 2 BV 6/22) stattgab. Der Betriebsrat legte hiergegen Beschwerde ein. Im Verfahren räumte der Vorsitzende ein, dem Kongress ferngeblieben zu sein, berief sich aber darauf, im Café mobile Betriebsratsarbeit verrichtet zu haben, und verwies auf seine flexible Zeitgestaltung als Freigestellter.</p>
<p class="p2">Wer mit einem ähnlichen Vorwurf konfrontiert ist, sollte den Sachverhalt frühzeitig juristisch einordnen lassen, bevor schriftliche Stellungnahmen oder Arbeitszeitnachweise zur Beweisgrundlage werden.</p>
<h2 class="p1">Falsche Angaben im Arbeitszeitnachweis als wichtiger Grund nach § 626 BGB</h2>
<p class="p2">Arbeitszeitbetrug bezeichnet die vorsätzlich falsche Dokumentation geleisteter Arbeitszeit – etwa wenn ein Arbeitnehmer Tätigkeiten einträgt, die er tatsächlich nicht erbracht hat, oder An- und Abwesenheitszeiten manipuliert. Nach gefestigter arbeitsgerichtlicher Rechtsprechung handelt es sich dabei um einen schwerwiegenden Vertrauensbruch, der eine außerordentliche Kündigung nach § 626 Abs. 1 BGB grundsätzlich auch ohne vorherige Abmahnung rechtfertigen kann.</p>
<p class="p2">Eine Bagatellgrenze kennt die Rechtsprechung in diesem Bereich nicht: Auch geringe Zeitwerte oder einzelne falsch dokumentierte Stunden können den wichtigen Grund begründen, wenn das Verhalten vorsätzlich erfolgt. Maßgeblich ist nicht der materielle Schaden, sondern die nachhaltige Zerstörung der Vertrauensgrundlage des Arbeitsverhältnisses. Hinzu kommt: Bei einer Tätigkeit, die der Arbeitnehmer typischerweise eigenverantwortlich und ohne unmittelbare Kontrolle des Arbeitgebers ausübt, ist die korrekte Dokumentation seine wesentliche Pflicht aus § 241 Abs. 2 BGB.</p>
<p class="p2">Im hier entschiedenen Fall stützte das LAG Niedersachsen die Zustimmungsersetzung auf zwei Säulen: das eigenmächtige Fernbleiben vom Kongress als schwerwiegende Pflichtverletzung und die unzutreffenden Angaben im Arbeitszeitnachweis. Hilfsweise hatte der Arbeitgeber eine Verdachtskündigung ausgesprochen – auch insoweit hielt das Gericht den dringenden Verdacht eines Arbeitszeitbetrugs für gegeben.</p>
<p class="p2">Wer im Verdacht steht, Arbeitszeiten unzutreffend erfasst zu haben, sollte vor jeder schriftlichen Stellungnahme die rechtliche Tragweite seiner Angaben prüfen lassen.</p>
<h2 class="p1">Sonderkündigungsschutz nach § 15 KSchG: Voraussetzungen und Grenzen</h2>
<p class="p2">Mitglieder des Betriebsrats unterliegen einem besonderen Kündigungsschutz. Nach § 15 Abs. 1 KSchG ist eine ordentliche Kündigung während der Amtszeit und bis zu einem Jahr nach deren Beendigung ausgeschlossen. Zulässig bleibt allein die außerordentliche Kündigung aus wichtigem Grund im Sinne des § 626 BGB.</p>
<p class="p2">Bevor der Arbeitgeber eine solche Kündigung aussprechen kann, muss er den Betriebsrat nach § 103 Abs. 1 BetrVG anhören und dessen Zustimmung einholen. Verweigert das Gremium die Zustimmung, kann der Arbeitgeber sie nach § 103 Abs. 2 BetrVG durch das Arbeitsgericht ersetzen lassen. Das Verfahren wird im arbeitsgerichtlichen Beschlussverfahren geführt; der Maßstab für die gerichtliche Prüfung ist derselbe wie bei der materiellen Wirksamkeit der beabsichtigten Kündigung.</p>
<p class="p2">Dieser Schutz ist bewusst hoch, aber nicht absolut. Die ständige Rechtsprechung des Bundesarbeitsgerichts erkennt seit langem an, dass grobe Pflichtverletzungen – etwa Vermögensdelikte zulasten des Arbeitgebers, schwere Beleidigungen oder eben Arbeitszeitbetrug – auch bei Betriebsratsmitgliedern eine fristlose Kündigung tragen können. Der Schutz soll die freie Mandatsausübung sichern, nicht persönliches Fehlverhalten privilegieren.</p>
<p class="p2">Zu unterscheiden ist dabei zwischen einer Verletzung kollektivrechtlicher Amtspflichten und einer Verletzung individualrechtlicher Pflichten aus dem Arbeitsverhältnis. Allein die fehlerhafte Ausübung des Betriebsratsamtes – etwa formale Versäumnisse oder eine streitige Mandatsführung – rechtfertigt grundsätzlich keine Kündigung. Anders liegt es, wenn das Verhalten zugleich gegen arbeitsvertragliche Pflichten verstößt, wie es bei einer falschen Arbeitszeiterfassung der Fall ist. Diese Differenzierung hat das Bundesarbeitsgericht in seiner Entscheidung vom 19.07.2012 (Az. 2 AZR 989/11) ausdrücklich bestätigt. Im Amazon-Fall wertete das LAG Niedersachsen das Verhalten zutreffend als individualrechtliche Pflichtverletzung – das Schwänzen der Fortbildung berührte zwar die Mandatsausübung, die falschen Angaben im Arbeitszeitnachweis hingegen verletzten unmittelbar die Pflicht aus dem Arbeitsvertrag.</p>
<p class="p2">Bevor Sie als Betroffener auf eine schriftliche Anhörung reagieren, sollten Sie die Rechtslage einschätzen lassen – jede schriftliche Einlassung kann später als Beweismittel verwendet werden.</p>
<h2 class="p1">Mobile Betriebsratsarbeit: Kein Freibrief für private Termine während der Arbeitszeit</h2>
<p class="p2">Mit der Freistellung nach § 38 BetrVG tritt an die Stelle der arbeitsvertraglichen Arbeitspflicht die Pflicht, während der regulären Arbeitszeit erforderliche Betriebsratsarbeit zu verrichten oder sich für anfallende Aufgaben bereitzuhalten. Das hat das Bundesarbeitsgericht in seiner Entscheidung vom 10.07.2013 (Az. 7 ABR 22/12) ausdrücklich klargestellt. Freigestellte Betriebsratsmitglieder genießen dabei keine zeitlich entgrenzte Souveränität, sondern bleiben in das Arbeitszeitregime des Betriebs eingebunden.</p>
<p class="p2">Welche Tätigkeit erforderliche Betriebsratsarbeit darstellt, hat das Betriebsratsmitglied nach § 37 Abs. 2 BetrVG eigenverantwortlich zu prüfen. Selbst ein Gremiumsbeschluss entbindet es nicht von dieser Prüfungspflicht (vgl. BAG, Beschluss vom 21.06.2006 – 7 AZR 418/05). Privatkontakte, etwa eine fachliche Vernetzung mit Familienangehörigen, gehören regelmäßig nicht dazu – auch nicht, wenn diese Personen selbst betriebsratsaffin sind.</p>
<p class="p2">Das LAG Niedersachsen hat die Verteidigung des Vorsitzenden, er habe in einem Café online an der Veranstaltung teilgenommen und am Abend mit der Ex-Frau Inhalte ausgetauscht, ausdrücklich als unglaubhaft eingestuft. Der Hinweis auf mobile Arbeit ersetzt weder die tatsächliche Erbringung von Betriebsratstätigkeit noch deren nachvollziehbare Dokumentation. Wer mobil arbeitet, trägt vielmehr eine erhöhte Darlegungslast für den tatsächlichen Inhalt seiner Tätigkeit.</p>
<h2 class="p1">Zustimmungsersetzungsverfahren nach § 103 BetrVG: Ablauf und entscheidende Fristen</h2>
<p class="p2">Das Verfahren zur Ersetzung der Betriebsratszustimmung ist mehrstufig und verlangt vom Arbeitgeber besondere Sorgfalt. Zunächst muss er den Betriebsrat ordnungsgemäß zu den Kündigungsgründen anhören und seine Zustimmung schriftlich einholen. Bereits hier sind die Anforderungen an die Darstellung des Sachverhalts hoch: Spätere Nachschiebungen sind nur eingeschränkt möglich.</p>
<p class="p2">Verweigert das Gremium die Zustimmung – was häufig der Fall ist –, beantragt der Arbeitgeber beim örtlich zuständigen Arbeitsgericht im Beschlussverfahren nach §§ 2a, 80 ArbGG die Ersetzung. Das Gericht prüft umfassend, ob ein wichtiger Grund im Sinne des § 626 BGB vorliegt, und entscheidet damit faktisch über die materielle Wirksamkeit der beabsichtigten Kündigung.</p>
<p class="p2">Eine entscheidende Hürde ist die Zwei-Wochen-Frist des § 626 Abs. 2 BGB. Sie beginnt für den Arbeitgeber, sobald er Kenntnis von den maßgeblichen Tatsachen hat. Bei der außerordentlichen Kündigung eines Betriebsratsmitglieds wird die Frist durch den fristgerecht gestellten Antrag auf Zustimmung beim Betriebsrat gewahrt; sie läuft erst nach rechtskräftiger Zustimmungsersetzung für den Ausspruch der Kündigung selbst weiter.</p>
<p class="p2">Wichtig für Betroffene: Die rechtskräftige Ersetzung der Zustimmung beendet den Streit nicht zwangsläufig. Der gekündigte Betriebsrat kann gegen die ausgesprochene Kündigung innerhalb von drei Wochen nach Zugang Kündigungsschutzklage nach § 4 KSchG erheben. In diesem Verfahren wird die Wirksamkeit der Kündigung noch einmal vollständig überprüft.</p>
<h2 class="p1">Wann lohnt sich anwaltliche Beratung bei Kündigung eines Betriebsratsmitglieds?</h2>
<p class="p2">Verfahren rund um die Kündigung von Betriebsratsmitgliedern gehören zu den prozessual anspruchsvollsten Konstellationen im Arbeitsrecht. Sie verbinden das materielle Kündigungsrecht mit dem kollektivrechtlichen Beschlussverfahren, den Eigenheiten des § 626 BGB und kurzen Fristen. Schon kleine Versäumnisse – etwa bei der Anhörung, der Fristberechnung oder der Beweissicherung – können das gesamte Verfahren scheitern lassen.</p>
<p class="p2">Für Arbeitgeber ist anwaltliche Begleitung sinnvoll, sobald ein konkreter Verdacht entsteht. Schon die Tatsachenermittlung, die Anhörung des betroffenen Mitglieds und die Formulierung der Zustimmungsanfrage entscheiden in der späteren Beweisaufnahme häufig über Erfolg oder Misserfolg. Auch die Frage, ob neben der Tatkündigung hilfsweise eine Verdachtskündigung ausgesprochen werden soll, will strategisch geplant sein.</p>
<p class="p2">Betroffene Betriebsratsmitglieder sollten spätestens nach Erhalt einer schriftlichen Anhörung anwaltliche Hilfe suchen. Jede schriftliche Stellungnahme kann später als Beweismittel dienen; widersprüchliche Aussagen gegenüber Kollegen, Arbeitgeber und Gericht haben in vergleichbaren Verfahren regelmäßig zur Niederlage geführt. Hinzu kommt die Drei-Wochen-Frist für die Kündigungsschutzklage nach § 4 KSchG, die nach Zugang der Kündigung unerbittlich läuft.</p>
<h2 class="p1">Fazit: Arbeitszeitbetrug rechtfertigt auch bei Betriebsräten die fristlose Kündigung</h2>
<p class="p2">Der Beschluss des LAG Niedersachsen vom 28.02.2024 (Az. 13 TaBV 40/23) bestätigt eine klare Linie: Der Sonderkündigungsschutz nach § 15 KSchG schützt das Mandat, aber nicht jedes Verhalten des Mandatsträgers. Wer als freigestelltes Betriebsratsmitglied eine vom Arbeitgeber bezahlte Fortbildung schwänzt und gleichzeitig im Arbeitszeitnachweis Tätigkeiten einträgt, die nicht erbracht wurden, begeht einen Arbeitszeitbetrug, der eine außerordentliche Kündigung tragen kann.</p>
<p class="p2">Die Entscheidung zieht zugleich klare Leitlinien für die Praxis: Mobile Betriebsratsarbeit erfordert besondere Dokumentation, private Termine sind sauber von Mandatsarbeit zu trennen, und die Erforderlichkeit jeder Tätigkeit ist eigenverantwortlich zu prüfen. Für Arbeitgeber bleibt das Verfahren komplex – die Zustimmungsersetzung ist nur der erste Schritt, und das anschließende Kündigungsschutzverfahren stellt eine weitere materielle Hürde dar. Für Betriebsratsmitglieder gilt: Der Schutz greift verlässlich, solange das eigene Verhalten ihn nicht selbst untergräbt.</p>

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<p class="p1">Lassen Sie Ihre konkrete Situation frühzeitig prüfen, wenn ein Verdacht auf Arbeitszeitbetrug im Raum steht oder eine Anhörung als Betriebsratsmitglied bei Ihnen eingeht.</p>
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		<title>Künstliche Intelligenz (KI) und Strafrecht: Wer haftet, wenn Algorithmen Straftaten ermöglichen?</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Nicolas Woltmann]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 29 Apr 2026 06:36:24 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Blogs]]></category>
		<category><![CDATA[Strafrecht]]></category>
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										<content:encoded><![CDATA[<div class="wpb-content-wrapper"><div class=""><div class="container"><div class="vc_row wpb_row vc_row-fluid vc_column-gap-30"><div class="wpb_column vc_column_container vc_col-sm-8"><div class="vc_column-inner"><div class="wpb_wrapper">
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<p class="font-claude-response-body break-words whitespace-normal leading-&#091;1.7&#093;">Künstliche Intelligenz wird zunehmend in Wirtschaft, Verwaltung und Alltag eingesetzt – und stellt das Strafrecht vor neue Fragen. Wer trägt die Verantwortung, wenn ein Algorithmus Fehler macht oder eine Straftat ermöglicht? Der Beitrag zeigt, weshalb die Haftung weiterhin beim Menschen liegt und welche Pflichten Entwickler, Betreiber und Unternehmen heute beachten müssen.</p>
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			<p class="p1">Künstliche Intelligenz verändert das Strafrecht: Wer haftet, wenn Algorithmen Fehler verursachen oder Straftaten ermöglichen? Dieser Beitrag erläutert, weshalb die Verantwortung weiterhin beim Menschen liegt – und welche Risiken daraus entstehen.</p>
<article class="text-token-text-primary w-full focus:outline-none &#091;--shadow-height:45px&#093; has-data-writing-block:pointer-events-none has-data-writing-block:-mt-(--shadow-height) has-data-writing-block:pt-(--shadow-height) &#091;&amp;:has(&#091;data-writing-block&#093;)&gt;*&#093;:pointer-events-auto scroll-mt-&#091;calc(var(--header-height)+min(200px,max(70px,20svh)))&#093;" dir="auto" tabindex="-1" data-turn-id="request-WEB:d53aa0ba-5d39-4d45-88dd-295508c1326a-7" data-testid="conversation-turn-4" data-scroll-anchor="true" data-turn="assistant">
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			<p class="font-claude-response-body break-words whitespace-normal leading-&#091;1.7&#093;">Künstliche Intelligenz verändert das Strafrecht: Wer haftet, wenn Algorithmen Fehler verursachen oder Straftaten ermöglichen? Dieser Beitrag erläutert, weshalb die Verantwortung weiterhin beim Menschen liegt – und welche Risiken daraus entstehen.</p>
<h2 class="text-text-100 mt-3 -mb-1 text-&#091;1.125rem&#093; font-bold">Wer trägt die Verantwortung, wenn Algorithmen Straftaten ermöglichen?</h2>
<p class="font-claude-response-body break-words whitespace-normal leading-&#091;1.7&#093;">Künstliche Intelligenz prägt zunehmend unseren Alltag – von automatisierten Entscheidungssystemen über Chatbots bis hin zu selbstfahrenden Fahrzeugen. Doch was geschieht, wenn eine KI „falsch handelt&#8221;? Wer trägt die Haftung, wenn ein technisches System einen Schaden verursacht oder gar eine Straftat ermöglicht?</p>
<p class="font-claude-response-body break-words whitespace-normal leading-&#091;1.7&#093;">In diesem Beitrag untersuchen wir, wie das Strafrecht gegenwärtig mit Vorfällen durch KI umgeht, wer für fehlerhafte oder riskante Algorithmen zur Verantwortung gezogen werden kann und weshalb die Haftung weiterhin beim Menschen verbleibt.</p>
<h2 class="text-text-100 mt-3 -mb-1 text-&#091;1.125rem&#093; font-bold">Warum KI (bislang) nicht als strafbare Täterin angesehen werden kann</h2>
<p class="font-claude-response-body break-words whitespace-normal leading-&#091;1.7&#093;">Nach geltender Rechtslage kann eine künstliche Intelligenz nicht als Täterin im strafrechtlichen Sinne angesehen werden. Das Strafrecht setzt Schuldfähigkeit, Einsicht und Willensbildung voraus – Eigenschaften, die Maschinen nicht besitzen. Strafrechtlich zur Verantwortung gezogen werden können demnach nur natürliche Personen, beispielsweise:</p>
<ul class="&#091;li_&amp;&#093;:mb-0 &#091;li_&amp;&#093;:mt-1 &#091;li_&amp;&#093;:gap-1 &#091;&amp;:not(:last-child)_ul&#093;:pb-1 &#091;&amp;:not(:last-child)_ol&#093;:pb-1 list-disc flex flex-col gap-1 pl-8 mb-3">
<li class="whitespace-normal break-words pl-2"><strong>Programmierer oder Entwickler</strong>, wenn sie fehlerhafte oder manipulierte Software erstellen</li>
<li class="whitespace-normal break-words pl-2"><strong>Betreiber oder Anwender</strong>, die den Algorithmus einsetzen</li>
<li class="whitespace-normal break-words pl-2"><strong>Unternehmensverantwortliche</strong>, die Kontrollpflichten vernachlässigen</li>
<li class="whitespace-normal break-words pl-2"><strong>Endnutzer</strong>, sofern sie KI bewusst für rechtswidrige Zwecke nutzen</li>
</ul>
<p class="font-claude-response-body break-words whitespace-normal leading-&#091;1.7&#093;">KI wird damit als Werkzeug des Menschen verstanden – nicht als eigenständiger Akteur. (Hinweis: Eine echte Unternehmensstrafe nach deutschem Recht existiert bislang nicht; in Betracht kommen jedoch Ahndungen nach dem OWiG, insbesondere § 30 OWiG.)</p>
<h2 class="text-text-100 mt-3 -mb-1 text-&#091;1.125rem&#093; font-bold">Haftung: Wann wird der Mensch für Handlungen einer KI verantwortlich?</h2>
<p class="font-claude-response-body break-words whitespace-normal leading-&#091;1.7&#093;">Ob eine Person für Handlungen einer KI strafrechtlich haftet, richtet sich nach den konkreten Umständen des Einzelfalls. Maßgeblich ist, ob die Person das System gezielt zur Begehung einer Straftat eingesetzt, Pflichten verletzt oder Risiken fahrlässig außer Acht gelassen hat.</p>
<p class="font-claude-response-body break-words whitespace-normal leading-&#091;1.7&#093;">Beispiele aus der Praxis:</p>
<ul class="&#091;li_&amp;&#093;:mb-0 &#091;li_&amp;&#093;:mt-1 &#091;li_&amp;&#093;:gap-1 &#091;&amp;:not(:last-child)_ul&#093;:pb-1 &#091;&amp;:not(:last-child)_ol&#093;:pb-1 list-disc flex flex-col gap-1 pl-8 mb-3">
<li class="whitespace-normal break-words pl-2"><strong>Deepfakes und Fake-News-Bots:</strong> Verbreitet eine KI ehrverletzende Inhalte, haftet in der Regel der Betreiber oder Auftraggeber.</li>
<li class="whitespace-normal break-words pl-2"><strong>Autonome Fahrzeuge:</strong> Bei einem Unfall wird geprüft, ob technische Überwachungspflichten verletzt wurden oder ob die Risiken vorhersehbar waren.</li>
<li class="whitespace-normal break-words pl-2"><strong>Algorithmischer Handel:</strong> Verstößt eine KI gegen Marktregeln, kann der verantwortliche Finanzdienstleister oder der Entwickler zur Verantwortung gezogen werden.</li>
</ul>
<h2 class="text-text-100 mt-3 -mb-1 text-&#091;1.125rem&#093; font-bold">Relevante Straftatbestände im Kontext Künstlicher Intelligenz</h2>
<p class="font-claude-response-body break-words whitespace-normal leading-&#091;1.7&#093;">Bei KI-bezogenen Vorfällen kommen verschiedene Vorschriften in Betracht, zum Beispiel:</p>
<ul class="&#091;li_&amp;&#093;:mb-0 &#091;li_&amp;&#093;:mt-1 &#091;li_&amp;&#093;:gap-1 &#091;&amp;:not(:last-child)_ul&#093;:pb-1 &#091;&amp;:not(:last-child)_ol&#093;:pb-1 list-disc flex flex-col gap-1 pl-8 mb-3">
<li class="whitespace-normal break-words pl-2"><strong>§ 263 StGB</strong> – Betrug (etwa bei automatisierten Täuschungssystemen)</li>
<li class="whitespace-normal break-words pl-2"><strong>§ 303a StGB</strong> – Datenveränderung</li>
<li class="whitespace-normal break-words pl-2"><strong>§ 202a StGB</strong> – Ausspähen von Daten</li>
<li class="whitespace-normal break-words pl-2"><strong>§§ 186, 187 StGB</strong> – Üble Nachrede und Verleumdung durch KI-erzeugte Inhalte</li>
<li class="whitespace-normal break-words pl-2"><strong>§ 13 StGB</strong> – Strafbarkeit durch Unterlassen</li>
<li class="whitespace-normal break-words pl-2"><strong>§ 130 OWiG</strong> – Verletzung von Aufsichtspflichten in Unternehmen</li>
</ul>
<p class="font-claude-response-body break-words whitespace-normal leading-&#091;1.7&#093;">Die strafrechtliche Haftung hängt somit stets davon ab, wer hinter der KI steht und welche Handlungen ihm rechtlich zugerechnet werden können.</p>
<h2 class="text-text-100 mt-3 -mb-1 text-&#091;1.125rem&#093; font-bold">KI als Instrument – nicht als Täter</h2>
<p class="font-claude-response-body break-words whitespace-normal leading-&#091;1.7&#093;">Aus strafrechtlicher Sicht ist KI ein Instrument, vergleichbar mit einem Computer oder einem Fahrzeug. Wird sie fehlerhaft eingesetzt, dient sie als Mittel zur Begehung einer Straftat.</p>
<p class="font-claude-response-body break-words whitespace-normal leading-&#091;1.7&#093;">Besonders kritisch sind selbstlernende Systeme (Machine Learning), weil sie eigenständig Entscheidungen treffen. In der juristischen Diskussion ist umstritten, ob unvorhersehbare Fehlentscheidungen dem Verantwortlichen als Fahrlässigkeit oder als bedingter Vorsatz zuzurechnen sind.</p>
<h2 class="text-text-100 mt-3 -mb-1 text-&#091;1.125rem&#093; font-bold">Ermittlungsfragen und technische Herausforderungen</h2>
<p class="font-claude-response-body break-words whitespace-normal leading-&#091;1.7&#093;">Die Aufklärung KI-bedingter Straftaten ist für Ermittlungsbehörden Neuland. Polizei und Justiz sehen sich mit komplexen Fragestellungen konfrontiert:</p>
<ul class="&#091;li_&amp;&#093;:mb-0 &#091;li_&amp;&#093;:mt-1 &#091;li_&amp;&#093;:gap-1 &#091;&amp;:not(:last-child)_ul&#093;:pb-1 &#091;&amp;:not(:last-child)_ol&#093;:pb-1 list-disc flex flex-col gap-1 pl-8 mb-3">
<li class="whitespace-normal break-words pl-2">Wer hat die Programmierung oder die Entscheidungsfindung beeinflusst?</li>
<li class="whitespace-normal break-words pl-2">Lässt sich der technische Ablauf vollständig nachvollziehen und rekonstruieren?</li>
<li class="whitespace-normal break-words pl-2">In welchem Umfang besteht tatsächlich menschliche Kontrolle?</li>
<li class="whitespace-normal break-words pl-2">Sind digitale Beweismittel wie Protokolle oder Trainingsdaten vor Gericht verwertbar und belastbar?</li>
</ul>
<p class="font-claude-response-body break-words whitespace-normal leading-&#091;1.7&#093;">Solche Ermittlungen machen zunehmend den Einsatz technisch spezialisierter Sachverständiger sowie eine interdisziplinäre Zusammenarbeit zwischen Juristen, Informatikern und IT-Forensikern erforderlich.</p>
<h2 class="text-text-100 mt-3 -mb-1 text-&#091;1.125rem&#093; font-bold">Verantwortung von Unternehmen und strafrechtliche Prävention</h2>
<p class="font-claude-response-body break-words whitespace-normal leading-&#091;1.7&#093;">Insbesondere Unternehmen, die KI einsetzen oder entwickeln, sollten wirksame Compliance-Strukturen etablieren. Fehlende Kontrollen oder unklare Zuständigkeiten können rasch eine Aufsichtspflichtverletzung nach § 130 OWiG darstellen.</p>
<p class="font-claude-response-body break-words whitespace-normal leading-&#091;1.7&#093;">Empfehlenswert sind:</p>
<ul class="&#091;li_&amp;&#093;:mb-0 &#091;li_&amp;&#093;:mt-1 &#091;li_&amp;&#093;:gap-1 &#091;&amp;:not(:last-child)_ul&#093;:pb-1 &#091;&amp;:not(:last-child)_ol&#093;:pb-1 list-disc flex flex-col gap-1 pl-8 mb-3">
<li class="whitespace-normal break-words pl-2">eindeutige Zuständigkeiten für Entwicklung und Einsatz</li>
<li class="whitespace-normal break-words pl-2">regelmäßige technische Audits</li>
<li class="whitespace-normal break-words pl-2">rechtssichere Dokumentation der Funktionsweisen und Entscheidungsprozesse der KI</li>
</ul>
<p class="font-claude-response-body break-words whitespace-normal leading-&#091;1.7&#093;">Nur so lässt sich vermeiden, dass Strafverfolgungsbehörden im Nachgang mangelhafte Überwachung oder organisatorisches Versagen vorwerfen.</p>
<h2 class="text-text-100 mt-3 -mb-1 text-&#091;1.125rem&#093; font-bold">Fazit: Die Verantwortung liegt (vorerst) weiterhin beim Menschen</h2>
<p class="font-claude-response-body break-words whitespace-normal leading-&#091;1.7&#093;">Die Leistungsfähigkeit Künstlicher Intelligenz nimmt stetig zu – rechtlich gilt sie jedoch weiterhin als Werkzeug des Menschen. Ob Entwickler, Betreiber oder Anwender: Wer KI einsetzt, ist für die daraus entstehenden Folgen verantwortlich. Strafrechtlich maßgeblich sind insbesondere Vorsatz, Fahrlässigkeit und die Beachtung von Sorgfaltspflichten.</p>
<p class="font-claude-response-body break-words whitespace-normal leading-&#091;1.7&#093;">Die rechtlichen Risiken durch KI werden künftig weiter zunehmen – sei es bei Vorwürfen wegen Fahrlässigkeit, unterlassener Aufsicht oder unzulässiger Nutzung. Eine sachkundige Verteidigung ist in diesen Fällen unerlässlich. Kontaktieren Sie unsere Kanzlei im Strafrecht, wenn Sie rechtliche Unterstützung bei Fällen mit künstlicher Intelligenz benötigen.</p>

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<p class="p1">Nehmen Sie Kontakt zu unserer Kanzlei im Strafrecht auf – wir prüfen Ihre Situation und entwickeln gemeinsam mit Ihnen die passende Verteidigungsstrategie.</p>
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		<title>Homeoffice-Vereinbarung – Was Arbeitgeber und Arbeitnehmer rechtlich beachten müssen</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Oliver Guski]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 15 Apr 2026 07:33:12 +0000</pubDate>
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			<p class="p1">Ein allgemeiner gesetzlicher Anspruch auf Homeoffice existiert in Deutschland nicht. Dennoch wirft die Vereinbarung von Heimarbeit zahlreiche rechtliche Fragen auf – von Arbeitsschutz und Datenschutz bis zur Frage, wer eine bestehende Homeoffice-Regelung einseitig beenden kann. Als Rechtsanwalt im Arbeitsrecht berate ich Sie bei der rechtskonformen Gestaltung und Durchsetzung von Homeoffice-Vereinbarungen.</p>
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<div class="absolute top-0 left-0 transition-all opacity-0 scale-50">Erfahren Sie, welche rechtlichen Voraussetzungen für eine wirksame Homeoffice-Vereinbarung gelten, wann Arbeitgeber eine bestehende Regelung beenden können und welche Pflichten bei Arbeitsschutz, Datenschutz und Arbeitszeitgesetz zu beachten sind.</div>
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			<p class="p1">Homeoffice ist in Deutschland keine gesetzliche Pflicht des Arbeitgebers – sondern eine vertragliche Vereinbarung mit klaren Spielregeln. Wer Heimarbeit rechtssicher gestalten will, muss Arbeitsschutz, Datenschutz und Mitbestimmungsrechte von Anfang an berücksichtigen.</p>
<article class="text-token-text-primary w-full focus:outline-none &#091;--shadow-height:45px&#093; has-data-writing-block:pointer-events-none has-data-writing-block:-mt-(--shadow-height) has-data-writing-block:pt-(--shadow-height) &#091;&amp;:has(&#091;data-writing-block&#093;)&gt;*&#093;:pointer-events-auto scroll-mt-&#091;calc(var(--header-height)+min(200px,max(70px,20svh)))&#093;" dir="auto" tabindex="-1" data-turn-id="request-WEB:d53aa0ba-5d39-4d45-88dd-295508c1326a-7" data-testid="conversation-turn-4" data-scroll-anchor="true" data-turn="assistant">
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			<h2 class="p1">Homeoffice – Freiwillige Vereinbarung statt gesetzlicher Pflicht</h2>
<p class="p2">Arbeitgeber sind in Deutschland nicht verpflichtet, einen Grund dafür anzugeben, weshalb Mitarbeitende nicht im Homeoffice arbeiten dürfen. Eine gesetzliche Regelung existiert hierzu bislang nicht. Die Möglichkeit zur Heimarbeit entsteht damit regelmäßig nur durch eine einvernehmliche Vereinbarung zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer – entweder im Arbeitsvertrag selbst, durch eine gesonderte Homeoffice-Vereinbarung oder auf Basis einer Betriebsvereinbarung. Ohne eine solche vertragliche Grundlage besteht kein Anspruch auf die Arbeit von zu Hause.</p>
<p class="p2">Planen Sie die Einführung von Homeoffice in Ihrem Unternehmen? Lassen Sie die Vereinbarung rechtssicher gestalten, bevor arbeitsrechtliche Streitigkeiten entstehen.</p>
<h2 class="p1">Recht auf Homeoffice: Gesetzliche Lage und Rechtsprechung</h2>
<p class="p2">Ein allgemeiner Anspruch auf Homeoffice besteht im deutschen Arbeitsrecht nicht. Die Rechtsprechung hat jedoch in Einzelfällen anerkannt, dass bestimmten Arbeitnehmergruppen ein solcher Anspruch zustehen kann. Ausgangspunkt ist § 164 Abs. 1 SGB IX, der schwerbehinderten Beschäftigten das Recht auf eine Tätigkeit einräumt, die ihren Fähigkeiten und Kenntnissen entspricht. Das Landesarbeitsgericht Niedersachsen hat hieraus gefolgert, dass für besonders schützenswerte Personengruppen – etwa querschnittsgelähmte Mitarbeitende – unter Umständen ein konkreter Anspruch auf Heimarbeit entstehen kann (LAG Niedersachsen, Urteil vom 06.12.2010, Az. 12 Sa 860/10).</p>
<h2 class="p1">Homeoffice durch Arbeitsanweisung: Grenzen des Weisungsrechts</h2>
<p class="p2">Arbeitgeber dürfen Mitarbeitende nicht einseitig zur Heimarbeit verpflichten. Zwar berechtigt § 106 GewO den Arbeitgeber, den Arbeitsort nach billigem Ermessen zu bestimmen. Dieses Weisungsrecht endet jedoch dort, wo Grundrechte des Arbeitnehmers berührt werden – insbesondere wenn der private Lebensmittelpunkt betroffen ist. Da die Wohnung zum geschützten privaten Lebensbereich gehört, ist eine einseitige Anordnung zur Arbeit im Homeoffice unzulässig.</p>
<p class="p2">Widersetzt sich ein Arbeitnehmer einer solchen Anweisung, kann dies keine wirksame Kündigung begründen. Das Landesarbeitsgericht Berlin-Brandenburg hat entschieden, dass die Kündigung eines Arbeitnehmers unwirksam ist, der sich nach Betriebsschließung weigert, im Homeoffice zu arbeiten – eine beharrliche Arbeitsverweigerung liegt in diesem Fall nicht vor (LAG Berlin-Brandenburg, Urteil vom 10.10.2018, Az. 17 Sa 562/18).</p>
<h2 class="p1">Rechtliche Vorgaben bei einvernehmlichen Homeoffice-Regelungen</h2>
<p class="p3">Bei der Einführung von Homeoffice sind zahlreiche arbeitsrechtliche Anforderungen zu beachten, um Verstöße gegen Arbeitsschutz-, Datenschutz- und Arbeitszeitvorschriften zu vermeiden. Arbeitgeber sind gut beraten, diese Pflichten von Beginn an in der Homeoffice-Vereinbarung zu verankern.</p>
<h3 class="p3">Arbeitszeitgesetz (ArbZG)</h3>
<p class="p3">Das Arbeitszeitgesetz gilt auch im Homeoffice uneingeschränkt. Arbeitnehmer sind weiterhin an die Regelungen zu Höchstarbeitszeit, Ruhepausen und Ruhezeiten sowie an das Verbot der Sonn- und Feiertagsarbeit gebunden. Arbeitgeber sollten ein geeignetes Modell zur Zeiterfassung implementieren, um die Einhaltung dieser Vorgaben sicherzustellen und Betzweißeäuflich zu dokumentieren.</p>
<h3 class="p3">Arbeitsschutz</h3>
<p class="p3">Der Arbeitgeber trägt auch im Homeoffice die Verantwortung für den Arbeitsschutz. Dazu gehören die Ermittlung erforderlicher Schutzmaßnahmen sowie die Durchführung einer Gefährdungsbeurteilung. Eine unmittelbare Kontrollpflicht des heimischen Arbeitsplatzes besteht zwar nicht, jedoch sind eine eingehende Befragung der Arbeitsbedingungen und eine angemessene Unterweisung der Mitarbeitenden erforderlich. Darüber hinaus ist die arbeitsmedizinische Vorsorge nach der ArbMedVV zu gewährleisten.</p>
<h3 class="p3">Datenschutz</h3>
<p class="p3">Im Homeoffice gelten hohe Anforderungen an Datensicherheit und IT-Infrastruktur. Arbeitgeber müssen geeignete technische und organisatorische Maßnahmen treffen und sicherstellen, dass Mitarbeitende die datenschutzrechtlichen Vorgaben auch außerhalb des Büros einhalten. Hierzu zählen insbesondere die Nutzung von VPN-Verbindungen und die ausschließliche Speicherung von Unternehmensdaten über gesicherte Unternehmensserver.</p>
<h3 class="p3">Mitbestimmung bei mobiler Arbeit (§ 87 Abs. 1 Nr. 14 BetrVG)</h3>
<p class="p3">Seit dem Betriebsrätemodernisierungsgesetz steht dem Betriebsrat ein Mitbestimmungsrecht bei der Ausgestaltung mobiler Arbeit zu. Dieses umfasst Regelungen zu Arbeitszeit, Erreichbarkeit, Anwesenheitspflichten und Sicherheitsaspekten. Die grundsätzliche Entscheidung über die Einführung von Homeoffice verbleibt jedoch beim Arbeitgeber.</p>
<h3 class="p3">Unfallversicherungsschutz im Homeoffice (§ 8 SGB VII)</h3>
<p class="p3">Der gesetzliche Unfallversicherungsschutz wurde auf Tätigkeiten im Homeoffice ausgeweitet. Versichert sind Unfälle, die in unmittelbarem Zusammenhang mit der beruflichen Tätigkeit stehen, einschließlich Wege zur außerhäuslichen Kinderbetreuung. Der Schutz entspricht damit dem Umfang, der auch bei einer Tätigkeit im Betrieb gilt.</p>
<p class="p2">Welche konkreten Pflichten gelten für Ihr Unternehmen bei der Einführung von Homeoffice? Lassen Sie die Vereinbarung anwaltlich gestalten, bevor arbeitsrechtliche Risiken entstehen.</p>
<h2 class="p1">Beendigung der Homeoffice-Vereinbarung durch Versetzung</h2>
<p class="p2">In einer Homeoffice-Vereinbarung empfiehlt sich die Aufnahme einer Versetzungsklausel, die dem Arbeitgeber die Möglichkeit gibt, den Arbeitnehmer im Rahmen seines Weisungsrechts dauerhaft zurück in den Betrieb zu versetzen. Eine solche Klausel kann erforderlich werden, wenn die Heimarbeit nicht die erwartete Leistung erbringt oder betriebliche Umstände eine Präsenz vor Ort verlangen.</p>
<p class="p2">Die Anweisung zur Rückkehr muss dem billigen Ermessen des Arbeitgebers entsprechen. Dabei sind die Interessen beider Seiten sorgfältig abzuwägen; die Grundsätze der Verhältnismäßigkeit, Angemessenheit, Verkehrssitte und Zumutbarkeit sind zu berücksichtigen (BAG, Beschluss vom 14.06.2017, Az. 10 AZR 330/16).</p>
<h2 class="p1">Aufhebung der Homeoffice-Vereinbarung durch Widerrufsklausel</h2>
<p class="p2">Homeoffice-Vereinbarungen können eine Widerrufsklausel enthalten, die dem Arbeitgeber die Möglichkeit gibt, die Heimarbeit unter bestimmten Voraussetzungen zu beenden. Ob die Widerrufsgründe ausdrücklich in der Vereinbarung benannt werden müssen, ist in der Rechtsprechung noch nicht abschließend geklärt.</p>
<p class="p2">Das Landesarbeitsgericht Düsseldorf hat entschieden, dass eine vorbehaltlose und voraussetzungslose Widerrufsmöglichkeit in einer vorformulierten Vertragsbedingung den Arbeitnehmer unangemessen benachteiligt und daher unwirksam ist (LAG Düsseldorf, Urteil vom 10.09.2014, Az. 12 Sa 505/14). Bei einer einseitigen Anordnung zur Änderung des Arbeitsortes müssen die Interessen des Arbeitnehmers stets Berücksichtigung finden.</p>
<h2 class="p1">Rolle des Betriebsrats bei Homeoffice-Entscheidungen</h2>
<p class="p2">Die grundsätzliche Entscheidung, ob Homeoffice im Unternehmen eingeführt wird, liegt beim Arbeitgeber. Dennoch kann der Wechsel des Arbeitsortes in den privaten Bereich eine Versetzung im Sinne von § 95 Abs. 3 BetrVG darstellen. In diesem Fall ist die Zustimmung des Betriebsrats gemäß § 99 Abs. 1 BetrVG einzuholen. Wird die Mitbestimmung übergangen, riskiert der Arbeitgeber die Unwirksamkeit der Maßnahme.</p>

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